Kommentar
Rückruf-Studie von Foodwatch: Die falsche Strategie

Mit den Ängsten und Sorgen der Menschen eigene Interessen durchsetzen – viele Verbände oder Organisationen verfolgen dieses Ziel. Autohersteller und Energieversorger, Zweckverbände und politische Organisationen wissen genau, dass mediale Aufmerksamkeit die Voraussetzung dafür ist, in der politischen Entscheidungswelt zwischen Berlin und Brüssel erst Gehör und dann Recht zu bekommen.

Donnerstag, 24.08.2017, 15:57 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 24.08.2017, 15:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 24.08.2017, 15:57 Uhr

Besonders kritisch wird das Spiel mit den Ängsten aber dann, wenn es den Bereich Gesundheit betrifft. Foodwatch ist eine Organisation, die in der Vergangenheit durchaus Missstände in der Lebensmittelbranche offen gelegt hat.

Aber die von Foodwatch vorgelegte Studie zum Thema Rückruf von Lebensmitteln kann die These nicht untermauern, die Lebensmittel-Überwachung und das damit verbundene Kontroll-System in Deutschland sei flächendeckend und grundsätzlich mangelhaft. Es fehlen schlicht und ergreifend Beweise dafür, dass von Herstellern, Handel und Kontrollbehörden zu spät oder gar nicht gewarnt wird.

Thilo Bode – ehemals einflussreicher Denker und Lenker der Organisation Greenpeace – weiß genau, wie man mit spektakulären Aktionen Aufmerksamkeit erringt. Aber diese PR-Strategie schadet nicht nur Foodwatch und deren Zielen selbst, sondern auch dem Schutz der Verbraucher, der gerade in einem immer härter ausgetragenen globalisierten Lebensmittel-Wettbewerb wichtiger denn je wird.

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