Kommentar
Drohende Diesel-Fahrverbote: Gefährliche Kurzsichtigkeit

Die Deutsche Umwelthilfe macht Druck – und die Autoindustrie duckt sich weg. Gemeinsam mit führenden Politikern gründet sie Arbeitskreise und hofft, mit ein bisschen Software -Auffrischung davonzukommen.

Donnerstag, 24.08.2017, 20:07 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 24.08.2017, 19:19 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 24.08.2017, 20:07 Uhr
Kommentar : Drohende Diesel-Fahrverbote: Gefährliche Kurzsichtigkeit
Die beim Dieselgipfel eingerichteten Expertengruppen sollen mit Vorschlägen für sauberen Stadtverkehr Fahrverbote verhindern. Foto: dpa

Nein, die Autobauer müssen endlich dafür ­sorgen, dass alle Pkw die Normen einhalten, die in den Fahrzeugpapieren aus­gewiesen sind. Gleich­zeitig ist es gut, Anreize zu schaffen, alte Autos schneller durch modernere zu er­setzen.

Doch die derzeitige Lage mit manipulierten Motoren und Messverfahren einerseits sowie enormen Stickoxidbelastungen in den Zentren vieler Großstädte andererseits darf nicht zu kurzsichtigen Schlussfolgerungen ver­leiten. Der Diesel ist eine moderne, zukunftsfähige Antriebstechnologie. Mithilfe des AdBlue-Verfahrens kann, wenn es optimal angewendet wird, ein Diesel sehr sauber sein. Fahrverbote wären dann mittelfristig selbst für rigoroseste Umweltschützer kein Thema mehr.

Derzeit steigen immer mehr Autokäufer auf Otto- Motoren, also Benziner, um – mit Blick auf die durch CO-Abgase aus­gelöste Klimaerwärmung eine fatale Entwicklung. Auch E-Autos sind umweltpolitisch nicht der Weisheit letzter Schluss. Zumindest so lange, wie der Strom, den die emissionslosen Autos ver­brauchen, zu einem ­gro­ßen Teil durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe erzeugt wird.

Die Autobauer sind jetzt am Zug: Sie sollten in Windeseile saubere Diesel bauen.

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