Bischof in der Bredouille
Felix Genn verbietet Segensfeier für gleichgeschlechtliches Paar

Münster/Emmerich -

Bischof Felix Genn hat einem Pfarrer am Niederrhein untersagt, die Partnerschaft des dortigen Bürgermeisters mit seinem Lebensgefährten zu segnen. Das Bistum erklärt dazu, die Ehe als Sakrament zwischen Mann und Frau und eine homosexuelle Lebenspartnerschaft müssten klar voneinander unterschieden werden. Die Entscheidung des Bischofs löst, wie zu erwarten, Diskussionen aus.

Donnerstag, 28.09.2017, 16:09 Uhr

Bischof Felix Genn, hier bei einer Segensfeier für Ehe-Jubilare, verbot einem Pfarrer am Niederrhein, eine Segensfeier für den Bürgermeister und seinen Partner durchzuführen.
Bischof Felix Genn, hier bei einer Segensfeier für Ehe-Jubilare, verbot einem Pfarrer am Niederrhein, eine Segensfeier für den Bürgermeister und seinen Partner durchzuführen. Foto: m

Der mediale Aufschlag ist immens, die öffentliche Empörung groß: Dass der Bischof von Münster die Segnung einer homosexuellen Partnerschaft verbietet, sorgt für Schlagzeilen zwischen Niederrhein und Münsters Domplatz. Dabei wäre Felix Genn vermutlich nicht gegen die Segensfeier eines homosexuellen Paares in Bislich eingeschritten, wäre die Geschichte nicht an die große mediale Glocke gehängt worden.

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Ehe nach katholischem Verständnis ein Sakrament

Denn ursprünglich, so bemüht sich Bistumssprecher Stephan Kronenburg um Schadensbegrenzung, habe der zuständige Pfarrer versucht, der Bitte des Emmericher Bürgermeisters Peter Hinze (SPD) und seines Lebenspartners nach einer Segnung „mit pastoraler Klugheit“ zu begegnen. Die Feier, so Kronenburg, sei als Wortgottesdienst für das Paar in kleinem Rahmen in Bislich geplant worden und sollte auch ein Gebet für die beiden enthalten. Zuvor wollten Hinze und sein Partner beim Standesamt ihre Partnerschaft in eine Ehe umschreiben lassen.

Man kann nicht schärfer den Eindruck bekommen, dass wir Menschen zweiter Klasse sind.

Peter Hinze (SPD)

Durch die fette Überschrift „Männerpaar feiert Vermählung in Kirche“ in der Rheinischen Post kam dann der Stein ins Rollen und kugelte bis zum Domplatz in Münster. Katholiken vom Niederrhein fragten laut Kronenburg besorgt in Münster nach, ob sich die Kirche nun wie bereits der Staat für eine Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare einsetze. Kronenburg: „Nach katholischem Verständnis ist die Ehe zwischen Mann und Frau ein Sakrament“. Daher, so der Bistumssprecher, müsse nach Ansicht von Bischof Genn der Unterschied der Ehe zu einer gleichgeschlechtlichen Verbindung deutlich bleiben.

Bürgermeister Hinze zeigt sich erwartungsgemäß enttäuscht: „Man kann nicht schärfer den Eindruck bekommen, dass wir Menschen zweiter Klasse sind“, sagte er im Interview.

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