Kommentar
Gebeutelte Autofahrer: Unrealistische Verbrauchsangaben für Autos

Eine Oberklassen­limousine, die sich mit sieben Litern Sprit auf 100 Kilometer begnügt? Ein Kleinwagen, der mit drei Litern über die Runden kommt? Gibt’s nicht. Was der gebeutelte Autofahrer längst wusste, hat auch der ICCT ermittelt.

Montag, 06.11.2017, 19:11 Uhr

Kommentar: Gebeutelte Autofahrer: Unrealistische Verbrauchsangaben für Autos
Laut einer Studie gibt es weiter große Lücke bei Werten zu Spritverbrauch von Neuwagen. Foto: Jan Woitas/dpa

In der automobilen Realität brauchen moderne Fahrzeuge nach dessen Berechnungen um 42 Prozent mehr Treibstoff; andere Organisationen ­sehen die Abweichungen „nur“ bei 25 Prozent.

Das ist hochgradig ärgerlich, aber in den meisten Fällen kein Betrug. Der gerade erst ausrangierte Testzyklus NEFZ erlaubte den Herstellern ­diverse Tricks: Sie durften Stromverbraucher abklemmen, Fugen ver­ kleben, Reifen über Gebühr aufpumpen, die leichteste Variante auf den Prüfstand schicken. Und vier Prozent Messtoleranz abziehen. Alles im Rahmen der Vorschriften.

Gut, dass der NEFZ Geschichte ist. Neue Modelle müssen sich dem realis­tischeren WLTP-Mess­verfahren stellen. Experten rechnen im Vergleich mit 25 Prozent höheren Verbrauchsangaben.

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Das tut weh – gleich doppelt. Seit 2009 wird auch der CO-Ausstoß eines Autos zur Berechnung der Kfz-Steuer herangezogen. Und der hängt direkt mit dem ­Verbrauch zusammen. Ab Herbst 2018 zahlt der Autofahrer nicht nur an der Tankstelle für den hohen Verbrauch, sondern mit der Kfz-Steuer auch an den Staat, der das Desaster erst ermöglicht hat.

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