Kommentar: Brüssel vertagt Glyphosat-Entscheidung
Jamaika mischt schon mit

Die Glyphosat-Debatte ist ein giftig geführter Glaubenskrieg. Früher galt, dass die wissenschaftliche Bewertung der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als Basis für eine Zulassungsentscheidung dient. Beim wichtigsten Wirkstoff in zig weltweit verbreiteten Pflanzenschutzmitteln herrscht längst Anarchie: Man zieht so lange mit Gutachten in die Schlacht, bis der Gegner ermattet aufgibt.

Donnerstag, 09.11.2017, 21:11 Uhr

Kommentar: Brüssel vertagt Glyphosat-Entscheidung: Jamaika mischt schon mit
Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittel, das den Wirkstoff Glyphosat enthält. Foto: dpa

„Feuerpausen“ wie die zuletzt 2016 von der Kommission beschlossene Vertagung der Verfahrensentscheidung werden genutzt, um weiter aufzurüsten.

Und jetzt steht Brüssel unter Druck, bis Mitte ­Dezember eine wirkliche Sachentscheidung zu treffen. Wie soll das gehen? Die Staaten sind uneins. Deutschland, lange Zeit Berichterstatter in der Frage der sogenannten Re-Registrierung, legt sich bis heute aus politischen Gründen nicht fest.

Im Hintergrund mischt „Jamaika“ schon kräftig mit. Denn im Themen­katalog der Sondierer taucht natürlich Glyphosat auf – versehen mit dem Etikett „Enddatum“. Dass die glyphosat-kritischen Grünen auf diesem Feld punkten wollen, liegt auf Hand. Ob sie sich durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Gestern ging die CSU in die Offensive.

Glyphosat-Gezerre ohne Ende. Um hohen Schadenersatzforderungen zu entgehen, müsste die EU-Kommission die Entscheidung im Grunde sogar erneut vertagen.

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