Kommentar
Hörsterparkplatz: Kaum Chancen für schöne Ansichten

Münster -

Die eindrucksvollen Architekten-Entwürfe für den Hörsterparkplatz, die in dieser Woche vorgestellt wurden, haben bei manchem Kulturfreund Fantasien beflügelt.

Sonntag, 12.11.2017, 11:11 Uhr

Der Hörsterparkplatz: Eine Neugestaltung ist schon seit Jahren immer wieder mal ein Thema.
Der Hörsterparkplatz: Eine Neugestaltung ist schon seit Jahren immer wieder mal ein Thema. Foto: Oliver Werner

Die Bilder und Pläne renommierter Architekten lassen ein neues Kultur- und Bildungsforum auf der innerstädtischen Brache, deren einzige Zier seit Jahren parkende Autos sind, zum Greifen nah erscheinen: ein sich zum Bült hin öffnender Platz, ein neuer urbaner Stadtraum, dahinter in ansprechender Architektur Konzerthalle, Musik- und Volkshochschule sowie Wohnungen. So weit der inszenierte Traum, den die Ideengeber Christoph Deckwitz und Hanno Höyng in die Tat umsetzen wollen.

Vorwurf der Hinterhof-Lage

Doch ob deren Versuch, mit anschaulichen Bildern das Blatt noch zu wenden, erfolgreich sein wird, scheint äußerst fraglich. Zwar ist der Vorwurf der Hinterhof-Lage einer angedachten Konzerthalle mit 1200 Plätzen augenscheinlich entkräftet worden. Doch über die notwendige städtische Investition, die dann zu einer dauerhaften finanziellen Belastung für den Haushalt führen wird, findet sich kein Wort.

Die Bereitschaft in der Ratspolitik, sich für das Projekt zu engagieren, ist angesichts dieser Voraussetzungen und der beiden im Raum stehenden negativen Gutachten weiterhin überschaubar. Auch wenn eine Konzerthalle in unmittelbarerer Nähe zum Theater reizvoll klingen mag – die Zusage der Politik, sich mit diesen neuen Entwürfen zu beschäftigen, wirkt eher pflichtschuldig.

Faszinierende Entwicklungsmöglichkeiten

Zumal sich Oberbürgermeister Markus Lewe mit seinem frühen Bekenntnis zu einer Zusammenarbeit mit der Universität und dem Musikcampus an der Hittorfstraße schon weit aus dem Fenster gelehnt und die Richtung vorgegeben hat. Was nicht jeden in der CDU freut, aber angesichts der Rahmendaten für den Hörsterparkplatz auch nicht weiter zum Aufbegehren taugt.

Was die Bilder dieser Woche aber eindrucksvoll belegen: Am Hörsterparkplatz bieten sich noch faszinierende Entwicklungsmöglichkeiten – und zwar in einer innerstädtischen Lage, die nach mehr als nur Wohnungen verlangt.       

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