Kommentar
Der SPD-Parteitag: Ende offen

Was das wohl wird – Fort­setzung einer brüchigen großkoalitio­nären Vernunftehe? Eine Art demütiger Opfergang der SPD in ein viertes Kabinett mit einem sozial­demokratischen Trauma namens Angela Merkel? 

Donnerstag, 07.12.2017, 19:12 Uhr

Kommentar: Der SPD-Parteitag: Ende offen
Bundesparteitag der SPD in Berlin: Parteichef Martin Schulz wurde mit 81,9 Prozent wiedergewählt. Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Niemand kann das Ende der ergebnisoffenen Sondierungsgespräche zwischen CDU , CSU und SPD vorhersagen. Denn für die Sozialdemokraten ist allein der Weg dorthin steinig, mühsam, ja spaltend.

Die 600 Delegierten merzten gestern zwar den strategischen Fauxpas ihres gescheiterten Kanzlerkandidaten aus und stießen der Partei die Tür zu solchen Gesprächen auf. Aber die Verhandler machen sich mit schwerstem Gepäck auf den Weg, denn als Bedingung fürs Mitregieren sollen Maximalforderungen der SPD Durchsetzung erfahren.

Mit einer das sozial­demokratische Koordinatensystem aus Sozial-, Europa- und Klimaschutz politik beschreibenden und leidenschaftlichen Rede vermochte Martin Schulz gestern zu retten, was zu retten war: eine nach dem euphorisierten 100-Prozent-Ergebnis vom März mit 81,9 Prozent achtbare Wiederwahl und das Go für ergebnisoffene Gespräche. Damit ist der durchaus gefährdete innere Parteifrieden vorerst einigermaßen gewahrt – mehr aber auch nicht. Denn die enttäuschte Parteibasis wird nach diesen Gesprächen das Ergebnis kritisch wiegen – und den Daumen heben oder eben senken.

Mehr zum Thema

Großer Mehrheit für Gespräche mit der Union: Eine Partei geht ans Limit

SPD bestätigt Schulz-Kurs: Parteichef mit 81,9 Prozent wiedergewählt

...

Martin Schulz vermochte einen Etappensieg zu erzielen; aus dem Schneider ist er deshalb noch lange nicht. Die SPD wird von einer schweren inneren Vertrauenskrise erschüttert.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5342164?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Alleinunfall: Motorradfahrer erleidet schwerste Verletzungen
29-Jähriger zwischen Lengerich und Tecklenburg-Leeden verunglückt: Alleinunfall: Motorradfahrer erleidet schwerste Verletzungen
Nachrichten-Ticker