Kommentar: Kaputte Truppe
Bundeswehr trainiert mit ADAC-Hubschraubern

Sturmgewehre, die angeblich nicht ordentlich schießen, Flugzeuge, die nicht fliegen, Panzer, die nicht fahren – und Kasernen, in denen sich nur der Schimmelpilz wohlfühlt: Die Bundeswehr und ihre miserable Ausrüstung, das ist ein ewiges Trauerspiel.

Dienstag, 26.12.2017, 17:12 Uhr

Kommentar: Kaputte Truppe: Bundeswehr trainiert mit ADAC-Hubschraubern
Foto: dpa (Symbolbild)

Die Truppe ist nur bedingt einsatzbereit. Für eine Armee im Einsatz – und das ist die Bundeswehr spätestens seit dem Balkankrieg – ist das ein nicht hinnehmbarer Zustand. Jetzt also üben Piloten in ADAC-Helikoptern. Nicht, weil‘s ähnliche Maschinen sind und Synergien nutzen Sinn macht.

Nein, Luftwaffe und Heer sind nicht in der Lage, angesichts ihres überbordenden Material-Mülls eine ordentliche Ausbildung zu gewährleisten. Was für eine kaputte Truppe.

Seit Jahren klagen Soldaten über ihre Ausrüstung, jedes Jahr läuft der Wehrbeauftragte in seinem Jahresbericht Sturm gegen die Mangelverwaltung, die Statistiken sprechen Bände – 30 bis 70 Prozent der Waffensysteme sind derzeit nicht einsatzfähig. Natürlich gelobt jeder Verteidigungsminister Besserung und fordern eine Erhöhung des Wehretats. Am Ende des Weges aber geschieht immer zu wenig.

Das ist natürlich nicht hinnehmbar. Nur haben sich alle schon so sehr an das Trauerspiel gewöhnt, dass kaum noch jemand richtig hinsieht oder aufbegehrt. Das ist fatal. Auch wenn Deutschland vielleicht nicht mehr am Hindukusch verteidigt wird: Wehrfähigkeit ist ein hohes Gut, weil es im Zweifel Souveränität sichert. So etwas setzt man keinesfalls leichtfertig aufs Spiel.

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