Kommentar
Gesellschaftliche Akzeptanz

Sie werden angepöbelt und angegriffen, häufen Überstunden an und gehen körperlich und psychisch an ihre Grenzen – und das alles bei mäßiger Bezahlung. Mitarbeiter im Justiz­vollzugsdienst sind nicht zu beneiden. Dennoch machen die meisten Beamten in den Gefängnissen ihren Job gern: bewundernswert.

Mittwoch, 10.01.2018, 18:01 Uhr

Kommentar: Gesellschaftliche Akzeptanz
Justizbeamter bei der Arbeit: Beneidenswert ist der Job nicht. Foto: Stephan Jansen/dpa

Justizvollzugsangestellte haben weit mehr zu tun, als nur Zellen auf- und zuzuschließen. Sie übernehmen eine sehr wichtige Aufgabe in der Gesellschaft und versuchen, ihren Schützlingen bei der Resozialisierung zu helfen. Viele Häftlinge machen ihnen dabei die Arbeit nicht leicht. Beamte sind allzu häufig keine Respektspersonen mehr, wie auch Angriffe auf Feuerwehr und Polizisten zeigen. Dieses Bild setzt sich in Gefängnissen fort.

Der Beruf muss dringend wieder attraktiver werden. Mehr Personal zu versprechen, wie es der NRW-Justizminister getan hat, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Fairer Lohn, gesellschaftliche Akzeptanz und bessere Arbeitsbedingungen sind nötig, damit sich junge Leute wieder gern für den Dienst im Vollzug entscheiden und sich die Situation in den Gefängnissen entschärft.

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