Kommentar
Pflegenotstand an Krankenhäusern: Es droht der Kollaps

Das deutsche Pflegesystem steuert mit Vollgas auf den Abgrund zu. Lange haben Politik, Krankenhaus­träger und Krankenkassen das Thema geflissentlich ignoriert. Zu gering war der Mut, kostspielige Reformen im Gesundheitssystem anzupacken. Dabei ist eine signifikante Stärkung des Pflege­systems ebenso teuer wie unvermeidbar. Und die Zeit drängt.

Donnerstag, 25.01.2018, 19:08 Uhr

Kommentar: Pflegenotstand an Krankenhäusern: Es droht der Kollaps
(Symbolfoto) Foto: Colourbox.de

Durch den demografischen Wandel wird die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren deutlich steigen, sowohl in der Alten- als auch in der Krankenpflege. Gleichzeitig sinkt angesichts sich verschlechternder Arbeitsbedingungen und mäßiger Bezahlung das Interesse, in einem Pflegeberuf zu arbeiten.

Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, führt in einigen Jahren kein Weg am Kollaps des Systems vorbei. Eine einfache Lösung für die sich zuspitzende Lage ist nicht in Sicht. Damit die Schließung von Stationen – wie jüngst am Uniklinikum Münster – nicht zur Regel wird, gilt es, an vielen Stellschrauben zu drehen.

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Um die Attraktivität von Pflegeberufen zu erhöhen, braucht es nicht nur bessere Verdienstmöglichkeiten, sondern vor allem Investitionen in die Aus- und Weiterbildung. Dazu könnte etwa die flächendeckende Etablierung von Landespflegekammern beitragen, die sich für die Belange ihrer Mitglieder einsetzen. Bislang gibt es ein solches Organ lediglich in Rheinland-Pfalz.

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