Essener Tafel
Kommentar: Menschlichkeit und Solidarität

Münster -

Tafeln haben sich als eine sehr wichtige Anlaufstelle für Menschen etabliert, die Hilfe dringend benötigen. Menschen, bei denen das Geld knapp ist und denen mit kostenlosen Lebensmittelspenden der Alltag ein wenig leichter gemacht wird. Dass sich die Tafel-Mitarbeiter in Essen nun dazu entschieden haben, nur noch Menschen zu bedienen, die einen deutschen Pass vorlegen können, ist nicht nachvollziehbar. Die Bedürftigkeit der Klienten sollte an erster Stelle stehen und nicht deren Herkunft.

Samstag, 24.02.2018, 10:02 Uhr

Essener Tafel: Kommentar: Menschlichkeit und Solidarität
Kunden der Essener Tafel gehen mit ihren Einkaufstrolleys zur Ausgabestelle. Die Essener Tafel will keine nichtdeutschen Neukunden mehr aufnehmen. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Es ist ein gesellschaftliches Problem, dass auch viele Migranten auf Hilfen angewiesen sind – und dem gilt es sich zu stellen. Ein Ausschluss ist dabei jedenfalls nicht die Lösung.

Wenn die Verantwortlichen ihre Entscheidung damit begründen, dass junge Frauen oder Senioren sich von jungen fremdsprachigen Männern abschrecken lassen, sollten bei der Lebensmittelausgabe Regeln festgelegt werden, die für alle gelten – unabhängig von der Nationalität.

Gleiche Rechte und Pflichten für alle

Es sollten gleiche Rechte und damit auch gleiche Pflichten für alle Hilfesuchenden gelten. Pöbeln, Drängeln und Schubsen müssen verboten werden, die Herkunft darf aber kein Ausschlussgrund sein. Der Idee der Tafel, Mitmenschlichkeit und Solidarität in den Vordergrund zu stellen, wird damit widersprochen.

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