Kommentar
AfD ohne rote Linie gegen Braun

André Poggenburg legt seine Ämter nieder; das ist nach seinen Ausfällen gegen Deutsche türkischer Abstammung mehr als angebracht. Wer aber denkt, die sich seit Jahren im Prozess der Rechtsradikalisierung befindliche AfD habe – endlich – rote Linien gegen Braun bei sich entdeckt, dürfte sich täuschen. 

Donnerstag, 08.03.2018, 17:03 Uhr

Kommentar: AfD ohne rote Linie gegen Braun
Sachsen-Anhalts AfD-Vorsitzender und Fraktionschef André Poggenburg Konsequenzen und gibt beide Ämter auf. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Alexander Gaulands Vorschlag, die Integrationsministerin in „Anatolien zu entsorgen“, Björn Höckes Dresdner Gerede vom „Denkmal der Schande“ oder die Beleidigung von Noah Becker als „Halbneger“ (ob nun durch den Abgeordneten Jens Maier selbst oder dessen Mitarbeiter) – das alles hatte in dieser AfD keine ernsten Konsequenzen.

Wie auch? Solche Äußerungen gehören inzwischen zum Markenkern des rechtsradikalen Teils der Partei. Wer daran zweifelt, braucht sich nur anzuschauen, wie die AfD-Anhänger auf Poggenburgs „Kümmelhändler“-Rede geagiert haben: mit „Abschieben, Abschieben“-Geschrei.

Es spricht viel dafür, dass Poggenburg nicht aus politischen Gründen gehen muss, sondern einfach, weil er kein guter Fraktions- und Parteichef ist. Und: Konkurrenz um Posten und Ämter gibt es in jeder Partei. Nur in dieser Hinsicht ist die AfD noch „normal“.

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