Kommentar
Deutsche Kindergeldzahlungen ins Ausland: Ausgleichszahlungen stehen allen zu

Die Intention hinter der AfD-Anfrage zu deutschen Kindergeldzahlungen ins Ausland ist ebenso durchsichtig wie populistisch: Die Antwort sollte das tausendfache Abkassieren ausländischer Großfamilien zulasten des deutschen Steuerzahlers belegen. Die nackten Zahlen der seriösen Bundesagentur für Arbeit – so der Plan – würden für sich ­stehen und eine Welle der Empörung an deutschen Stammtischen auslösen.

Mittwoch, 21.03.2018, 19:52 Uhr aktualisiert: 21.03.2018, 19:56 Uhr
Kommentar: Deutsche Kindergeldzahlungen ins Ausland: Ausgleichszahlungen stehen allen zu
Foto: dpa

Doch die von der Bundesagentur gelieferten Zahlen bilden keine Abzocke, sondern eine Veränderung der Arbeitsverhältnisse ab: Denn zum einen entsprechen die von Deutschland geleisteten Kindergeldzahlungen geltendem EU-Recht, an das sich jedes Mitglied zu halten hat.

Zum anderen handelt es sich beim Kindergeld nicht um klassische Sozialleistungen, ­sondern um eine steuer­liche Ausgleichszahlung für die arbeitende Bevölkerung. Daher ist es nur fair, dass jeder, der in Deutschland seine Steuern zahlt, in den Genuss dieser Leistungen kommt. Auch die Arbeitsmigranten, die vor allem für die Erledigung einfacher und schlecht ­bezahlter Jobs aus Osteuropa nach Deutschland ziehen.

Gerade die Polen, an die fast jede zweite Kindergeld-Zahlung ins Ausland geht, sind bei zunehmendem Mangel an geeigneten Arbeitskräften für den ­hiesigen Arbeitsmarkt von immer größerer Bedeutung.

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