Erfolgreiche Bushido-Klage
Ohrfeige für die Behörde

Niederlage auf ganzer Linie: Die Bundesprüfstelle hat vom Oberverwaltungsgericht Münster eine schallende Ohrfeige für ihre Arbeitsweise kassiert. Eine Bundesoberbehörde, die bei der Ausübung ihrer Kernkompetenz die Grundrechte eines Künstlers nicht ausreichend beachtet und dadurch einen formalen Fehler bei ihrer Beurteilung macht – das allein ist schon beachtlich.

Mittwoch, 16.05.2018, 20:05 Uhr

Erfolgreiche Bushido-Klage: Ohrfeige für die Behörde
Die Anwälte des Rappers Bushido, Mirko Lenz (l) und Heiner Bindhardt, gewannen vor dem Oberverwaltungsgericht. Foto: dpa

Darüber hinaus bewirkt das Urteil – sofern es rechtskräftig wird – nun genau das Gegenteil dessen, was die Bundesprüfstelle erreichen wollte. Alleine aus Neugierde werden zahlreiche Minderjährige das bereits 2014 erschienene und in der Zwischenzeit in die hinteren ­Regale der Musikgeschäfte gewanderte Album kaufen und konsumieren. Eine PR-Abteilung hätte kaum bes­sere Werbung in Bushidos Namen machen können.

Besonders ärgerlich ist die mangelnde Sorgfalt der Bundesprüfstelle, da sie mit der grundsätzlichen Entscheidung, das Album auf den Jugendschutz-Index zu setzen, richtig lag. Obschon man der Kunstform Gangsta-Rap eine aggressivere Sprache zugestehen kann, schießt Bushido in einigen Textpassagen eindeutig über die Grenzen des für Kinderohren Vertretbaren hinaus.

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