Kommentar
Monitoring als wichtiger Anstoß: Den sozialen Blick schärfen

Die Zusammenstellung der Daten über das Sozialgefüge der Stadtteile ist insgesamt keine große Überraschung. Dass in Münster die sozialen Brennpunkte Kinderhaus, Coerde und Berg Fidel heißen, weiß man seit Jahrzehnten.

Dienstag, 22.05.2018, 20:20 Uhr

Kommentar: Monitoring als wichtiger Anstoß: Den sozialen Blick schärfen
In Coerde wächst annähernd jedes zweite Kind in einer Hartz-IV-Familie auf. Foto: Jens Büttner/dpa

Die Dokumentation der nackten Zahlen, die sozial prekäre Lebensverhältnisse beschreiben, öffnet nun aber einen schärferen Blick auf die Realität. Dass in Coerde annähernd jedes zweite Kind in einer Hartz-IV-Familie aufwächst, während es im keine vier Kilometer entfernten Kreuzviertel zwei von hundert sind – das sagt alles über die sozialen Gegensätze in der Stadt. Sie stehen auch für Lebenswelten, die nur wenige Berührungspunkte haben.

Das dauerhafte Sozialmonitoring zeigt nicht nur, wo Unterstützung und Hilfsangebote besonders gebraucht werden und sinnvoll sind. Die Zahlen müssen auch dazu mahnen, bei der anstehenden Stadtplanung, die dringend viele neue bezahlbare, also öffentlich geförderte Wohnungen braucht, daran zu denken, dass sozialer Frieden und Chancengerechtigkeit vor allem dann entstehen können, wenn gewährleistet ist, dass Menschen aus verschiedenen Verhältnissen gut und gern als Nachbarn zusammenleben. Die Daten des Sozialmonitorings können auch dafür kluge Hinweise geben.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5760354?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Nachrichten-Ticker