Kommentar
Land unter - Pflegenotstand verschärft sich

Die Familie ist nach wie vor der zentrale Ort für die Pflege. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen, so sagen Statistiken, werden daheim umsorgt und betreut. 

Montag, 28.05.2018, 19:16 Uhr

Kommentar: Land unter - Pflegenotstand verschärft sich
Die Pflege bleibt eine der aktuell größten gesellschaftlichen Herausforderungen. Foto: colourbox.de

Doch wie soll dies angesichts der hohen Last, die vor allem von Frauen getragen wird, weiterhin funktionieren, wenn nun auch vermehrt die ambulanten Dienste „Land unter“ melden? Die Verzweiflung der Abgewiesenen kann man sich ausmalen.

Was hat man in den vergangenen Jahren nicht alles getan, um die Pflege vor allem für die belasteten Angehörigen zu stärken: mehr Geld, mehr Sachleistungen, höhere Zuschüsse für daheim erforderliche Umbaumaßnahmen. Verbesserungen, deren Wirkung nun geschwächt wird, wenn die ambulante Unterstützung ausfällt, weil die Fachkräfte fehlen.

Erneut wird deutlich: Die Pflege bleibt eine der aktuell größten gesellschaftlichen Herausforderungen. Schon deshalb sollte Berlin das Sofortprogramm mit 13.000 zusätzlichen Stellen in der Pflege nicht erst zum Jahresbeginn 2019, sondern deutlich früher umsetzen. Die Bedingungen für die Pflegenden müssen zügiger verbessert werden, sonst erlebt diese Branche weiter einen gefährlichen Aderlass.

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