Kommentar
Start der Bundesliga erweckt wenig Vorfreude: Unter kritischer Beobachtung

Seien wir ehrlich: Die Vorfreude auf eine Bundesliga-Saison war schon größer. Und das hängt auch mit diesem in vielerlei Hinsicht trist-traurigen WM-Sommer zusammen. 

Donnerstag, 23.08.2018, 18:11 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.08.2018, 15:56 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 23.08.2018, 18:11 Uhr
Kommentar: Start der Bundesliga erweckt wenig Vorfreude: Unter kritischer Beobachtung
Der neue offizielle Spielball für die Saison 2018/19, Derbystar, liegt auf dem Platz. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Nationalelf und DFB gaben über Monate ein peinliches Bild ab, wobei das des Verbandes mitunter sogar in die Unerträglichkeit abrutschte.

Jetzt, da noch immer nicht alles wirklich aufgearbeitet ist, kehrt die Bundesliga auf das Spielfeld zurück. Neustart in einer Zeit, in der das Land ein bisschen durchgeschüttelt wird und die Gesellschaft sich gelegentlich allein gelassen fühlt mit ihren Problemen. Ganz gewiss ist es noch ein Klagen auf hohem Niveau.

Nichts ist näher an der Gesellschaft und spiegelt sie besser wider als der Fußball. Eigentlich ist dort wirklich jeder zu Hause, früher gab es nicht einmal Grenzen zwischen steinreich und bettelarm. Irgendwie fühlten sich alle miteinander verbunden, das Stadion war ein Platz großer Sorglosigkeit und kindlicher Ausgelassenheit.

Das Bundesliga-Orakel 2018/2019

1/18
  • 1. Platz: FC Bayern München

    International sammelt der FC Bayern weiter Trostpreise. In der Bundesliga hingegen wird auch unter Heynckes-Nachfolger Nico Kovac gefeiert. Siebter Titel in Folge für die Roten.

    Foto: Sven Hoppe
  • 2. Platz: Bayer Leverkusen

    Jugend forscht beim Chemie-Club. Was in der vergangenen Saison schon gut aussah, erfährt noch eine Qualitätssteigerung. Aus Leverkusen wird wieder „Vizekusen“ und diesmal freuen sich alle darüber.

    Foto: dpa
  • 3. Platz: Borussia Dortmund

    Lucien Favre führt den BVB wieder in die Balance. Es ist ein zäher Prozess, Rückschläge inklusive. Erst in der Rückrunde entfaltet die Borussia ihr beträchtliches Potenzial.

     

    Foto: Bernd Thissen
  • 4. Platz: FC Schalke 04

    In der vergangenen Saison profitierten die Knappen von vielen knappen Siegen und überraschten als Vizemeister. So weit nach vorn geht es diesmal nicht, doch die Mannschaft bleibt stabil und qualifiziert sich erneut für die Champions League.

    Foto: Friso Gentsch
  • 5. Platz: Borussia Mönchengladbach

    Wenn Gladbach vom Verletzungspech verschont bleibt und der neue Mittelstürmer Alassanne Plea das hält, was sich der Fohlenstall von ihm verspricht, geht es nahe an die Champions-League-Töpfe.

    Foto: Federico Gambarini
  • 6. Platz: 1899 Hoffenheim

    Trainer Julian Nagelsmann verabschiedet sich mit einer seriösen Saison vom kleinsten Bundesliga-Standort. Die Teilnahme an der Champions-League mit vielen englischen Wochen schlägt sich in der Liga negativ nieder.

    Foto: Uwe Anspach
  • 7. Platz: RB Leipzig

    Trainer und Manager: Tausendsassa Ralf Rangnick legt sich zu viel Last auf die Schultern. Dazu kommt der Verlust von Naby Keita, der Spielmacher fehlt. Leipzig verpasst den Zug ins vordere Drittel, eine Enttäuschung.

    Foto: Jan Woitas
  • 8. Platz: VfB Stuttgart

    Die Pleite im DFB-Pokal hat auch eine gute Seite. Stuttgart ist und bleibt in der Liga hellwach. Platz sieben nach dem Wiederaufstieg war kein Zufallsprodukt, im Ländle wächst wieder etwas heran.

     

    Foto: Jan-Philipp Strobel
  • 9. Platz: SV Werder Bremen

    Werder war fünftbestes Team der vergangenen Rückrunde, großer Anteil am Aufschwung wird Trainer Florian Kohfeldt (35) zugeschrieben. Der Liga-Novize hat Bremen wachgeküsst, er ist mutig und bleibt erfolgreich.

     

    Foto: Silas Stein
  • 10. FC Augsburg

    Kaum zu glauben: In der Puppenkistenstadt wird nun schon im achten Jahr ohne Unterbrechung Erstliga-Fußball angeboten. Es ist Zeit, dem chronisch unterschätzten FCA endlich das zu zollen, was er verdient: Respekt!

    Foto: Hasan Bratic
  • 11. Platz: Hertha BSC Berlin

    Wenige Zugänge, wenige Abgänge, Berlin hat ein eingespieltes Team. Hört sich gut an, bringt die Hertha aber nicht vorwärts. Das Team tritt auf der Stelle, irgendwie langweilig.

    Foto: Peter Steffen
  • 12. Platz: VfL Wolfsburg

    Nach zwei Zitterrunden in der Relegation bekommt der Meister von 2009 wieder Boden unter die Füße. Der neue Sportgeschäftsführer Jörg Schmadtke steuert die Niedersachsen in ruhigeres Fahrwasser.

    Foto: Arne Dedert
  • 13. Platz: Hannover 96

    Die Fans haben angekündigt, ihren Stimmungsboykott zu beenden, bleiben aber im Clinch mit Präsident und 50+1-Regel-Befürworter Martin Kind. Ein schwieriger Nährboden für erfolgreichen Fußball – glücklich wird 96 auch in dieser Saison nicht.

    Foto: Swen Pförtner
  • 14. Platz: SC Freiburg

    Torjäger Nils Petersen konnte gehalten werden und mit ihm nahezu alle anderen Leistungsträger. Freiburg startet mit einem guten Gefühl in die Saison, tanzt beschwingt heraus und verlängert sein Engagement im Kreis der Großen zum dritten Mal in Folge.

    Foto: Bernd Settnik
  • 15. Platz: FSV Mainz 05

    Der FSV startete als erster Bundesligist in die Vorbereitung, nach dem Abgang namhafter Leistungsträger gilt es viele Lücken zu schließen. Das gelingt halbwegs, führt zum Klassenerhalt und macht alle froh.

     

    Foto: Robert Michael
  • 16. Platz: Eintracht Frankfurt

    Saison-Achter, DFB-Pokalsieger, zurück in Europa: Frankfurt hat viel zu feiern gehabt in den vergangenen Monaten. Die gute Stimmung schlägt um, weil der personelle Aderlass zu groß war. Trainer Adi Hütter räumt seinen Schreibtisch noch vor Weihnachten.

    Foto: Arne Dedert
  • 17. Platz: Fortuna Düsseldorf

    Mit bald 65 Jahren ist Friedhelm Funkel der Senior unter den Trainern im Oberhaus. Ein Haudegen, der von seinen Spielern verlangt, „auch mal eklig zu sein“. Das schreckt die Konkurrenz nicht ab, sie schiebt die Fortuna direkt wieder in den Fahrstuhl.

    Foto: Thomas Frey
  • 18. Platz: 1. FC Nürnberg

    Mit acht Abstiegen hat sich der „Club“ in den Rekordlisten verewigt, mit dem neunten zementiert er seine exponierte Position. Ganze vier Millionen Euro gab der schmale Etat für Transfers her. Zu wenig, um im Oberhaus zu bestehen.

    Foto: Patrick Seeger

Nun, das hat sich geändert, wie so vieles andere im Land. Auch der Fußball steht unter kritischer Beobachtung, mit vielen (auch unnötigen) Auswüchsen hat er sich von den Menschen entfernt, und entscheidend: Er begreift und definiert sich mittlerweile nicht mehr als Volksgut.

Heute beginnt die 56. Saison der Fußball-Bundesliga. Die Vorfreude hält sich in Grenzen. Dass der zukünftige Meister schon bekannt ist, macht die Dinge nicht besser.

Die WN-Experten tippen den Ausgang der 1. Fußball-Bundesliga

1/7
  • WN-Sportredakteur Alexander Heflik

    Foto: Bildmontage Lisa Stetzkamp
  • WN-Sportredakteur Jürgen Beckgerd

    Foto: Bildmontage Lisa Stetzkamp
  • WN-Sportredakteur Thomas Rellmann

    Foto: Bildmontage Lisa Stetzkamp
  • WN-Sportredakteur Wilfried Sprenger

    Foto: Bildmontage Lisa Stetzkamp
  • WN-Sportredakteur André Fischer

    Foto: Bildmontage Lisa Stetzkamp
  • WN-Sportredakteur Ansgar Griebel

    Foto: Bildmontage Lisa Stetzkamp
  • WN-Sportredakteur Henner Henning

    Foto: Bildmontage Lisa Stetzkamp
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5994743?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Viel Lärm um eine kleine Terrasse
Geschlossen hat seit Kurzem der Biergarten des Landhauses Thiemann. Doch ohne Außengastronomie wollen Wirt Drago Medjedovic und seine Frau Lubiza die Gaststätte nicht betreiben.
Nachrichten-Ticker