Kommentar
Neue linke Bewegung: Salon-Sozialisten

Nein, die Analogie zur Bewegung „En Marche“ dürfte nichts mit der politischen Wirklichkeit zu tun haben, sondern dem Wunsch nach Bedeutung der Sahra Wagenknecht und des Oskar Lafontaine entspringen. 

Sonntag, 02.09.2018, 18:23 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 02.09.2018, 17:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 02.09.2018, 18:23 Uhr
Kommentar: Neue linke Bewegung: Salon-Sozialisten
Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine. Foto: dpa

Die morgen in Berlin mit großer Show ins Leben gerufene linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ dürfte lediglich am Tag ihrer Vorstellung etwas an Bedeutsamkeit erringen.

Wagenknecht will augenscheinlich dem Vorbild des Emmanuel Macron folgen, der aus dem links-liberal-bürgerlichen Lager seine Bewegung formierte und schließlich an deren Spitze in den Élysée-Palast einzog. Als Folge versank die einst so stolze Linke in Frankreich in der Bedeutungslosigkeit.

Auch in Deutschland steckt die SPD in der Krise, stagniert die Linke zwischen westdeutscher Linksschwärmerei und ostdeu tscher Nostalgie. Dazu kommt in den neuen Ländern eine populistische Alternative am anderen Rand, die die Ängste der Menschen auch vor sozialem Abstieg (gepaart mit Fremdenfeindlichkeit) ausnutzt.

Wagenknecht weiß dies – und will mit „Aufstehen“ etwas dagegensetzen. Es wird ihr nicht gelingen, weil sie keine Lösungen anbietet, sondern nur Parolen und Salonsozialismus.

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