Kommentar
Sexuelle Gewalt in der Kirche: Kehrtwende einläuten

Immer neue Untiefen sexueller Gewalt tun sich auf: Die vorab durchgesickerten Ergebnisse einer von den Bischöfen selbst in Auftrag gegebenen Untersuchung enthalten neuen Sprengstoff. Kaum ein Adjektiv umschreibt das Unsägliche zutreffend: widerwärtig, abgründig, zerstörerisch.

Mittwoch, 12.09.2018, 15:51 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 15:49 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.09.2018, 15:51 Uhr
Kommentar: Sexuelle Gewalt in der Kirche: Kehrtwende einläuten
(Symbolbild) Foto: dpa

Mit jeder Statistik wachsen Zweifel, ob die bisherige kirchliche Strategie des Bedauerns, der Kommissionen und Entschädigungsregelungen ausreicht, um Vertrauen zurückzugewinnen. Sind es nicht doch zuvorderst systemische Faktoren, die in einer klerikalisierten, über Jahrhunderte in Fragen der Sexualmoral höchst autoritären und restriktiven Kirche mit ursächlich sind für Missbrauch, Verdrängung und Vertuschung?

Münsters Bischof Felix Genn hat kürzlich eine Kehrtwende angedeutet: Heraus aus der Parallelwelt eines verkrusteten Klerikalismus, hin zu mehr Gewaltenteilung zwischen Klerus und Laien. Transparenz und Kon­trolle tun not. Möglich, dass Papst Franziskus in diesem Kontext demnächst auch „Viri probati“, also bewährte verheiratete Männer, zur Weihe zulässt.

Nicht zuletzt: Sexuelle Gewalt bleibt als gesamtgesellschaftliches Thema für alle auf der Tagesordnung. Dafür braucht es eine Kultur der Sensibilität und Achtsamkeit.

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