Kommentar
Ablenkung am Steuer: Im Blindflug

Beim ersten „Blitz-Marathon“, der im Jahr 2012 in NRW vom damaligen Innenminister Jäger aus der Taufe gehoben wurde, war die Aufregung groß. Aber: Auch an den später sogar bundesweit folgenden Blitz-Tagen gelang es immerhin, die fortwährende Raserei auf deutschen Straßen zu einem zentralen Thema zu machen. Ob die Wirkung der zigtausend Kontrollen nachhaltig gewesen ist, wird von Experten bis heute leider sehr unterschiedlich beurteilt.

Donnerstag, 20.09.2018, 22:22 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 20.09.2018, 22:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 20.09.2018, 22:22 Uhr
Kommentar: Ablenkung am Steuer: Im Blindflug
Die Polizei machte am Donnerstag mit dem Aktionstag „Sicher. Mobil. Leben“ auf die Gefahr der Handy-Nutzung beim Fahren aufmerksam. 11.000 Beamte stoppten Rad-, Motorrad-, Auto- und Lkw-Fahrern an bundesweit 3200 Stellen. Foto: Monika Skolimowska

Beim Großeinsatz gegen die riskante Handynutzung am Lenkrad dürfte dies ähnlich sein. Obwohl der Blick aufs Mobiltelefon die Fahrt zum Blindflug macht, wird man auch morgen wieder die sorglosen Handysünder antreffen. Tippend, plaudernd, lesend – im Auto, auf dem Fahrrad. Vollkommen abgelenkt. So, als würden sie sich bewusst einen Sekundenschlaf gönnen.

Die bisher bekannt gewordene hohe Zahl der Er­tappten zeigt, dass der Piepton des Handys bei den ­allermeisten Menschen längst eine Art Reflex auslöst: Griff zum Gerät, Blick aufs Display. Kann man sich da vor schützen? Ja, durch einfaches Abschalten. Wahlweise hilft aber auch der Gedanke an ein happiges Bußgeld, den Punkt in Flensburg oder die schrecklichen Folgen eines Unfalls. Im Klartext: Tippen tötet.

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