Kommentar: Erdogan-Besuch in Deutschland
Fragen bleiben offen

Zwar mit allen Ehren empfangen, aber abseits des roten Teppichs offen kritisiert. Das politische Deutschland hat Recep Tayyip Erdogan trotz Bankett und Zeremoniell nicht das Feld überlassen.

Sonntag, 30.09.2018, 19:40 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 30.09.2018, 18:37 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 30.09.2018, 19:40 Uhr
Kommentar: Erdogan-Besuch in Deutschland: Fragen bleiben offen
Foto: dpa

Zwar konnte er sich zum Abschluss des Staatsbesuchs in der Kölner Ditib-Moschee widerspruchslos als weltoffener und friedfertiger Muslim präsentieren. Steinmeier, Merkel und auch Laschet haben aber die Differenzen nicht ausgeklammert, sondern zigfach angesprochen. Genau so tritt man diesem autoritären Präsidenten gegenüber. Wer schweigt, lässt diesen Mann frei schalten und walten.

Werden Gespräche Wirkung zeigen?

Hat Erdogan aber überhaupt verstanden, warum man sich zu Recht über seine Haltung zu Menschenrechten und Meinungsfreiheit empört? Versteht er, welche Werte der Westen vertritt? Nach dem Staatsbesuch bleiben viele Fragen unbeantwortet. Erst die nächsten Wochen und Monate werden belegen, ob die Wiederaufnahme der Gespräche auf höchster Ebene überhaupt Wirkung zeigt.

Erdogan hat die Wahl

Im besten Fall könnte es auf ein von Pragmatismus geprägtes Gegengeschäft hinauslaufen: Ankara lenkt bei den Menschenrechten ein, fegt die absurden Terrorvorwürfe gegen regierungskritische Journalisten vom Tisch und kooperiert weiter in der Flüchtlingsarbeit. Berlin erweist sich in der schweren türkischen Wirtschafts- und Währungskrise als hilfsreicher Partner. Erdogan hat die Wahl.

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