Hacker-Attacke auf Facebook
Die letzte Peinlichkeit

Die Enthüllung, dass 50 Millionen Facebook-Nutzerkonten von Hackern besucht wurden, die dann auf Wunsch persönliche Daten einsehen konnten, ist die vorerst letzte Peinlichkeit in einer Reihe von Skandalen. Ein Kommentar.

Montag, 01.10.2018, 10:08 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 10:08 Uhr
 Fast 50 Millionen Facebook-Nutzer sind von einem Hacker-Angriff betroffen.
 Fast 50 Millionen Facebook-Nutzer sind von einem Hacker-Angriff betroffen. Foto: dpa

Besonders beunruhigend: Mark Zuckerberg und der Rest der Facebook-Mannschaft wurden offenbar so kalt erwischt, dass sie noch nicht einmal wissen, ob eines der gehackten Konten von den Übeltätern benutzt worden ist – und wer die Daten-Gangster sind. Wie schon zuvor scheint nicht Expertise, sondern Hilflosigkeit den Internet-Giganten zu regieren.

Hinzu kommt, dass die Bedenken über die Verbreitung von „fake news“ und eine Politisierung der Plattform auch durch russische Aktivisten nach dem Wahlsieg von Donald Trump enorm zugenommen haben. Dass sich die Firma Cambridge Analytica im Auftrag der US-Republikaner Millionen privater Daten sichern konnte, führte schließlich auch zu einer Kongressanhörung von Zuckerberg, der zwar Fehler eingestand, aber insgesamt hilflos und überfordert schien. Doch seit sich auch der politische Druck auf Facebook erhöht hat, gab es keine sichtbaren personellen Konsequenzen auf das Missmanagement. Zuckerberg ist weiter der „König“ des sozialen Netzwerks, seit er es als 19-Jähriger mitbegründete. Nummer zwei ist immer noch Sheryl Sandberg, die mehr Zeit mit Buchprojekten als der Führung des Konzerns zu verbringen scheint. Hinzu kommt ein enger Freundeskreis der beiden, der keine Erneuerung in den Hierarchien zu erlauben scheint. Was zeigt: Die Dauer-Probleme von Facebook werden sich nur lösen lassen, wenn frisches Blut von außen die Herausforderungen proaktiv angeht. Zeit für Zuckerberg und Sandberg, sich aus dem aktiven Management zu verabschieden.

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