Tarifzahlungen in der ambulanten Pflege
Fünf nach zwölf

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im Jahr 2017 einen Überschuss von über drei Milliarden Euro erwirtschaftet. Finanziell stehen sie so gut da wie lange nicht mehr. Dass sie sich nun an den Kosten einer Reform des Pflegesektors beteiligen sollen, ist daher konsequent.

Montag, 01.10.2018, 10:12 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 10:12 Uhr
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 Symbolbild Foto: Jens Kalaene (dpa)

Zumal eine tarifliche Entlohnung der häuslichen Krankenpflege auch in ihrem Interesse liegen sollte. Es ist absehbar, dass sich in den kommenden Jahren deutlich mehr Berufseinsteiger für einen Pflegeberuf entscheiden müssten, um die steigende Nachfrage einigermaßen auffangen zu können. Dies gelingt nur durch neue Anreize, etwa über das Gehalt. Denn bereits jetzt suchen viele – oft mit der Situation überforder­­te – pflegende Angehörige vergeblich nach professioneller Hilfe. Die Zahl der Absagen, die man erteilen müsse, steige stetig, berichten die Pflegedienste.

Und die Zeit drängt: Obwohl es schon jetzt kurz nach zwölf ist, dauert es selbst bei einer schnellen Verabschiedung der Gesetze noch Jahre, bis Pflegebedürftige von Verbesserungen im System profitieren können. Schließlich müssen potenzielle Pflegekräfte zunächst eine dreijährige Ausbildung durchlaufen. Um so wichtiger ist es, dass die Politik zeitnah handelt. Auch um ein Zeichen an das vielerorts chronisch überforderte Pflegepersonal zu senden, welches das System derzeit noch vor dem Zusammenbruch bewahrt.

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