Kommentar
Erfolg für die Demokraten - und für Trump: Zwischenwahlen in den USA

Münster -

Gemischte Gefühle in Washington: Demokraten und Republikaner werden nach dem Wahltag in den USA nachdenklich ins Bett gegangen sein. Der Ausgang der „Midterms” dürfte keine Seite wirklich zufriedenstellen. Ein Kommentar.

Samstag, 10.11.2018, 10:55 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.11.2018, 08:11 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 10.11.2018, 10:55 Uhr
Kommentar: Erfolg für die Demokraten - und für Trump: Zwischenwahlen in den USA
US-Präsident Donald Trump bedankte sich nach den Zwischenwahlen, bei denen seine Republikaner das Repräsentantenhaus verloren, mit den Worten: „Großartiger Erfolg heute Abend“ Foto: dpa

Die Demokraten wollten die Midterm Elections zur großen Abrechnung mit Donald Trump nutzen. Dies ist ihnen zwar mit der Eroberung des Repräsentantenhauses gelungen. Doch die erwartete blaue Welle, die das ganze Land überrollen sollte, ist ausgeblieben.

Donald Trump wiederum wollte um jeden Preis vermeiden, dass die Demokraten ihm künftig das Leben mit unangenehmen Untersuchungen und Widerstand gegen seine Gesetze schwer machen. Doch er konnte ihren Machtzuwachs im Repräsentantenhaus nicht verhindern. Aber der energische Wahlkämpfer wird sich auch als Sieger fühlen, denn er hat im Senat sogar Sitze dazugewonnen. Das ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Fast jeder US-Präsident hat bisher nach zwei Jahren eine Dämpfer erhalten. Das gilt auch für Trump. Doch mit dem Ergebnis kann er leben.

Infografik: Midterms: So haben die USA gewählt | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die Demokraten haben besonders die gebildeten Vorort-Bewohner und ganz besonders die von Trump entsetzten Frauen mobilisieren können. Für sie geht es nun darum, einen Präsidentschaftskandidaten zu finden, der Trump schlaflose Nächte bereiten kann. Obwohl es viele neue, junge Talente im linken Spektrum der Partei gibt, ist aber auch nach der Wahl keine Lichtgestalt ins Sicht. Vielleicht wäre ein Trump-Herausforderer aus der politischen Mitte der demokratischen Partei am Ende geeigneter, um größere Wählerschichten anzusprechen.

Die Demokraten sollten sich beeilen. Denn Trump hat bewiesen, dass er ein Wahlkämpfer im Dauermodus ist, der mit Hass, Hetze und Rassismus seine Basis elektrisiert und fest hinter sich vereint. Für ihn hat der Präsidentschaftswahlkampf längst begonnen. Er wird seine ihm ergebenen Anhänger in einen Dauerzustand von Angst und Wut versetzen, der Nährboden für neue Erfolge ist. Eine starke Wirtschaft könnte ihm zudem weiter Auftrieb geben.
All das spricht dafür, dass die USA weiter ihren Kurs der Spaltung und Zerrissenheit fahren. Die unruhigen Zeiten gehen weiter.

Von Cincinnati nach Washington

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  • Angekommen: das Washington Monument in Washington.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • In West Virginias Bergen sieht es triste aus.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • Die obdachlose Sandy in der Church Church Street in Charleston/West Virginia mit ihrem kleinen Hund.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • Überall Wahlschilder: Selbst auf den Grundstücken zeigen die US-Bürger, welche Kandidaten sie bevorzugen.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • Die ehemalige Kampfpilotin Amy McGrath spricht in einer Reithalle. Sie ist eine der Hoffnungsträgerinnen der Demokraten.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • Heruntergekommenes Haus in Covington/Kentucky.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • Eine arme Nachbarschaft nahe Cincinnati. Hier gibt es viele Wahlschilder der Demokraten.

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  • Trump-Toilettenpapier. In Washington ein Verkaufsschlager.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • Kristen Arant:»Ich habe die Heroinsucht überlebt. Doch viele brauchen hier Hilfe.«

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • 700 Meilen durch Amerika: Redakteurin Claudia Kramer-Santel fuhr von Kentucky über West Virginia und Maryland nach Washington.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
  • Journalismus-Studenten der Northern Kentucky University in Cincinnati: »Wir reden hier nicht mehr viel über Politik.

    Foto: Claudia Kramer-Santel
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