Kommentar
Kohle-Ausstieg: Ein letztes Glückauf!

Ibbenbüren -

Die letzte Kohle ist gefördert, die letzte Schicht gefahren. Die Sorge, die Kumpel über Jahrzehnte begleitet hat, ist Wirklichkeit geworden: Der Deckel ist auf dem Pütt in Ibbenbüren. Nach fünfhundert Jahren schließt nicht nur eine Zeche, es geht eine Kultur zu Ende mit eigenen Regeln, eigenen Werten, eigener Sprache. Das ist hart für die Bergleute – ein Moment, in dem sich niemand einer Träne schämen muss.

Dienstag, 04.12.2018, 20:16 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 20:34 Uhr
Kommentar: Kohle-Ausstieg: Ein letztes Glückauf!
Foto: Wilfried Gerharz

Aber: Anders als befürchtet, gehen rund um die Ibbenbürener Zeche nicht die Lichter aus. Im Gegenteil: Die Arbeitslosigkeit ist niedrig. Die gut ausgebildeten Bergleute sind gefragt, die älteren sozial abgesichert in einen frühen Ruhestand gewechselt. Es gibt viele Interessenten für die Zechen-Flächen. Wirtschaftlich und sozial gesehen ist der Ausstieg vorbildlich gelaufen, weil Gewerkschaften, Unternehmen, Politik, Kommunen und die Kumpel – gemeinsam! – den langsamen Sinkflug über Jahre möglich gemacht haben. Das hat mittelständischen Betrieben die Chance gegeben, die Lücke zu füllen.

Was bleibt? Erst die Kohle und die Maloche von Generationen von Kumpeln haben die Industrialisierung und den Wohlstand möglich gemacht. Der Bergbau ist Geschichte, aber die Bergleute haben Anerkennung, ihr Handwerk eine angemessene Erinnerung verdient. In dem Sinne: „Glückauf!“

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