Kommentar
Die Entscheidung um den CDU-Vorsitz: Der Sieger braucht alle

Münster -

Der Verweis auf den Kalender könnte sich schnell als kluge Prophezeiung herausstellen. „Die CDU sollte wissen, dass auf den siebten ein achter Dezember folgt“, sagt Thomas Strobl. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende – Schwiegersohn von Wolfgang Schäuble – mahnt damit die Kandidaten, die Einheit der CDU vor, während und vor allem nach dem Parteitag nicht aufs Spiel zu setzen. Dies könnte nottun, heben die Delegierten in Hamburg ja nicht nur einen Sieger aufs Podest, sondern lassen auch zwei Verlierer zurück.

Donnerstag, 06.12.2018, 18:30 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 20:57 Uhr
Kommentar: Die Entscheidung um den CDU-Vorsitz: Der Sieger braucht alle
Foto: dpa

Während Spahn jung und geschickt genug sein dürfte, um zu erkennen, dass er bestimmt eine zweite Chance bekommen wird, kann man sich Merz nicht gut in der Rolle des Verlierers vorstellen. 2002 wurde er von Merkel kaltgestellt – seine heutige Kandidatur ist auch aus der Schmach dieser Niederlage heraus zu erklären.

Sollte Merz aber siegen, müsste er die bei ihm nicht gering ausgeprägte Überzeugung zügeln, schon immer der Beste gewesen zu sein. Dies gilt im Verhältnis zur Kanzlerin – und zur Partei, in der die Sorge vor einem neoliberalen Kursschwenk nicht nur im AKK-Lager vorhanden ist. Denn nach dem Triumph könnte schneller als gedacht der Tag kommen, an dem Merz alle in der Partei braucht.

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