Kommentar zum CDU-Parteitag
Merkel geht, Kramp-Karrenbauer bleibt: Furioses Finale

Hamburg -

Das ist dann wohl politische Champions League. Ein wochenlanger Kandidaten-Wettkampf vor ausverkauften Häusern geprägt von Leidenschaft und Fairness auf Augenhöhe von der ersten bis zur letzten Minute. Dann dieses furiose Finale mit einer zwar hauchdünnen, aber von allen gefeierten Entscheidung, die die Erbfolge Angela Merkels in der CDU regelt: Annegret Kramp-Karrenbauer soll’s richten. 

Freitag, 07.12.2018, 19:48 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 21:21 Uhr
Kommentar  zum CDU-Parteitag: Merkel geht, Kramp-Karrenbauer bleibt: Furioses Finale
Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wischt sich nach ihrer Wahl auf dem CDU-Bundesparteitag die Tränen aus den Augen. Foto: dpa

Und die mächtigste Frau der Welt genießt mit sichtlich Wohlbefinden spendender Zufriedenheit, sich mit ihrer Wunschkandidatin gegen ihre parteiinternen Widersacher durchgesetzt zu haben. Mal wieder ein Merkel-Sieg.

Was spiegelt das Ergebnis der Vorsitzendenwahl wider? Fast 500 Stimmen für Friedrich Merz, der in einer fulminanten Rede einen deutlichen Strategiewechsel der CDU nicht nur einforderte, sondern ihn versprach, stehen für den Wunsch nach einem Aufbruch aus dem Zustand der innerparteilichen Lethargie. Mit Lust auf Streit mit dem politischen Gegner; mit kantigem, dafür aber auch erkennbarem Profil.

Über 500 Stimmen für Frau Kramp-Karrenbauer stehen definitiv nicht für eine spürbare Zäsur, diese Stimmen wollen einen Mix aus Kurskorrektur und Kontinuität. Vorsicht ist nun mal auch in der CDU die Mutter der Porzellankiste.

Bewährungsprobe für "AKK"

Mit dieser neuen Parteispitze dürfte es vorerst keine großkoalitionären Kalamitäten in Berlin geben. Die Bewährungsprobe für „AKK“ kommt 2019 mit den ostdeutschen Landtagswahlen und der Europawahl. Bis dahin hat die Saarländerin Zeit, in der CDU die Reihen zu schließen.

Schwer dürfte ihr das nicht fallen, denn das ganze – überwiegend mediale – Geschrei von Spaltung, von tief ausgehobenen Gräben und angeblicher Zerrissenheit ging an den parteiinternen Realitäten immer ganz deutlich vorbei. Von Beginn des politkrimihaften Kandidaten-Dreikampfes an bis hin zur Größe, die Jens Spahn und Friedrich Merz in der Niederlage gezeigt haben, war und ist davon nämlich nicht viel zu spüren. Zumindest nicht viel mehr als sonst auch.

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