Kommentar zur Razzia gegen Clans
Der Staat hat sich Geltung verschafft

Es ist ein bizarres Bild – junge Leute im Partydress stehen mitten in der Disko Polizisten in schwerer Montur gegenüber: Mitten ins Amüsierleben des Ruhrgebiets setzt der Staat mehr als nur Nadelstiche. Ein Kommentar.

Montag, 14.01.2019, 08:58 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 09:47 Uhr
 
  Foto: dpa

Es soll den kriminellen Clans weh tun, dass ihre Geschäfte genau dann gestört werden, wenn sie richtig boomen. Und allein schon die Bilanz zeigt: Ihre Wirkung hat die lange Polizei-Nacht im Ruhrgebiet nicht verfehlt.

Natürlich muss man – als Lehre aus dem „Blitzmarathon“ gegen Raser – gerade bei derart groß konzipierten Polizeiaktionen immer hinterfragen, ob der Aufwand angemessen ist. Für den Moment kann man das bejahen. Zu lange konnten sich die Clan-Strukturen unbeachtet entwickeln, in denen Recht nichts zählt und wo jede Haftstrafe die Mitglieder in der Hierarchie aufsteigen lässt, wie es die Essener Fahnder beobachtet haben. Höchste Zeit, dass der Staat sich Geltung verschafft.

Das wird keine leicht lösbare Aufgabe. Denn mit wachsendem Druck werden sich die Clans in andere Städte und ländliche Regionen verlagern. Innenminister Herbert Reul hat das erkannt. Polizei und kommunalen Behörden steht im Kampf gegen Clans ein echter Marathon bevor.

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