CDU
AKK und die Autorität

Hoppla – gibt es da etwa ein Autoritätsproblem? Dass die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer am Wochenende gleich in mehreren Interviews das Recht, der Partei zu gegebener Zeit einen Kanzlerkandidaten vorzuschlagen, eigentlich die pure Selbstverständlichkeit, auch für sich reklamiert, wirft ein bezeichnendes Licht auf die momentane Verfasstheit der Christdemokratie. Ein Kommentar.

Montag, 14.01.2019, 08:16 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 09:08 Uhr
 Bei einer zweitägigen Klausur will die CDU Vorbereitungen für Europawahl und Landtagswahlen treffen.
 Bei einer zweitägigen Klausur will die CDU Vorbereitungen für Europawahl und Landtagswahlen treffen. Foto: dpa

Die knappe Merz-Niederlage sitzt der Partei noch immer in den Knochen, „AKK“ auch deshalb noch lange nicht so fest im Sattel – nach erst wenigen Wochen Amtszeit übrigens kaum verwunderlich. Insoweit kommen mit Blick auf die Neue Wortmeldungen über nicht existente Kandidatur-Automatismen nicht nur zur Unzeit; sie beschweren auch den Aufbruch der Partei in eine Nach-Merkel-Ära.

Folgerichtig – nach dem klösterlichen Burgfrieden mit der CSU, einer Quasi-Klärung der Merz-Verwendung und einem aktuellen Umfrage-Aufschwung – kümmert sich die Parteispitze nun um die Inhalte. Denn der CDU steht ein hammerhartes Jahr bevor – reihenweise Nackenschläge nicht auszuschließen und im Gefolge auch der Kanzlerinnen-Rücktritt nicht. Die von Kramp-Karrenbauer angekündigte Aufarbeitung der Flüchtlingskrise mag in einer Rückspiegelbetrachtung der innerparteilichen Konfliktbefriedung dienen; vorrangig aber muss sie Lösungen für die aktuellen Problemlagen liefern und sich eben nicht rechthaberisch der vergossenen Milch vergangener Jahre widmen. Die Wählerinnen und Wähler wollen jetzt wissen, wie sich CDU und CSU hier, im gesamten Themen-Spektrum der inneren Sicherheit, zukünftig positionieren.

Und im Herbst, bei womöglich schwierigsten Regierungsbildungen im Osten Deutschlands, könnte noch eine hoch problematische Versuchung auf die Agenda rücken: Wie hält es die CDU mit der AfD? Wie gesagt – das Jahr wird hammerhart.

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