Kommentar: Tiefe Gräben im FDP-Kreisverband
Liberales Hauen und Stechen

Münster -

Mit einem einzigen außerordentlichen Parteitag sind die Gräben innerhalb der zerstrittenen münsterischen FDP nicht zuzuschütten. Für die Freidemokraten der Domstadt wird es ein langer, schwerer Weg, zu einstiger Geschlossenheit und Stärke zurückzufinden. Zu viel ist in den vergangenen Wochen und Monaten passiert, als dass man einfach zur Tagesordnung übergehen könnte.

Samstag, 19.01.2019, 09:00 Uhr
Kommentar: Tiefe Gräben im FDP-Kreisverband: Liberales Hauen und Stechen
Carola Möllemann hat den Vorsitz der FDP-Ratsfraktion niedergelegt. Ihr Nachfolger Jörg Berens ist aber innerhalb der Partei offenbar nicht unumstritten.  Foto: Oliver Werner

Die Entscheidung von Carola Möllemann-Appelhoff , nach 19 Jahren nicht mehr für den Vorsitz der Ratsfraktion zu kandidieren, bedeutet eine tiefe Zäsur; ihr Gesicht steht für die FDP in Münster wie kein zweites. Dass sich die 69-Jährige im Herbst 2020 nach mehr als drei Jahrzehnten Ratsarbeit ganz zurückzieht, ist allzu verständlich, stellt aber die Partei vor eine große Herausforderung. Denn Möllemann-Appelhoff hinterlässt riesengroße Fußstapfen.

Der neue Fraktionschef Jörg Berens wird partei­intern kritisch gesehen. Er wird beweisen müssen, dass seine Ankündigung, dass jetzt Teamarbeit gefragt sei, nicht nur eine hohle Floskel ist. Das Misstrauen scheint groß, nicht zuletzt nach Berens‘ dubiosem Spiel bei der Kandidaten-Nominierung im Bezirksverband 2016, als er sich schwer verzockt hatte.

Dass mit dem zurückgetretenen FDP-Chef Lascasas und der gar aus der Partei ausgetretenen Vizin Sandra Wübken zwei Aktivposten weg sind, macht die Lage nicht besser. So engagierte Ehrenamtliche zu finden, dürfte beim Hauen und Stechen in der FDP nicht einfach sein – erst recht nicht angesichts des wohl teils respektlosen Umgangstons in der Partei.

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