Kommentar: Polizei vermisst 155 Datenträger aus Lügde
Vertrauen erschüttert

Als Innenminister Reul im Fall Lügde nach den ersten Polizeipannen nichts ausschließen wollte, war er nur vorsichtig. Mehrere Hinweise auf den jahrelangen Kindesmissbrauch waren ins Leere gelaufen, weil niemand sie angemessen ernst nahm. Doch jetzt ist der Minister mit einem absoluten Super-GAU konfrontiert: Dass ausgerechnet in diesem erschütternden Fall Beweisstücke aus einer Polizeiwache verschwinden, erreicht eine kaum fassbare Dimension.

Donnerstag, 21.02.2019, 19:36 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 21:24 Uhr
Kommentar: Polizei vermisst 155 Datenträger aus Lügde: Vertrauen erschüttert
Campingplatz in Lügde: Ermittlungen gegen Polizisten nicht abgeschlossen. Foto: Guido Kirchner

Reul spricht zu Recht von „Polizeiversagen“, wenn ­klare Regeln, wie man Asservate auswertet und sichert, nicht eingehalten wurden. Zu denken gibt auch, dass das Verschwinden der Datenträger so lange unter der Decke blieb. Ob sie entwendet oder verloren wurden, bleibt unklar – das stimmt zusätzlich unruhig.

Damit ist Reul an den Abgründen seines Amtes angekommen: Der Vorgang, auch wenn er ein Einzelfall ist, erschüttert das Vertrauen in die Ordnungsmacht Polizei. Alle Zweifel auszuräumen, alle Lehren zu ziehen, wird für den Minister ein Kraftakt. Und zwar ein teurer: Denn die Forderung der Gewerkschaft der Polizei nach mehr I T-Experten für Fälle wie Lügde erscheint in einem neuen Licht. Gute Leute kommen nur für gute Gehälter.

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