Kommentar
Die Politik und die Freitags-Demos

Ein FDP-Vorsitzender, der die Schüler-Demos kritisiert auf der einen Seite, Solidaritätsbekundungen der Politik auf der anderen. Billige Anbiederei, findet Norbert Tiemann in seinem Kommentar.

Montag, 11.03.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 09:49 Uhr
Kommentar: Die Politik und die Freitags-Demos
Christian Lindner Foto: Soeren Stache/dpa

Nun mal halblang, Herr Lindner! Der FDP-Vorsitzende dürfte zweifelsfrei Recht haben mit der These, dass nicht alle für den Klimaschutz demonstrierenden Schüler die Kenntnis sämtlicher naturwissenschaftlicher und volkswirtschaftlicher Zusammenhänge mit auf die Straßen und Plätze ihrer Aktionen bringen. Das müssen sie aber auch nicht; sie müssen ihr Demonstrationsrecht nicht an habilitierte Klimaforscher und promovierte Ökonomen abtreten. Ihnen genügt die Sorge um die Zukunft des Planeten.

Dass sie dafür aber die Schule schwänzen, ist nicht in Ordnung, es ist ein Vergehen. Ihrem Recht auf Protest können die umweltpolitisch bewegten Teenager schließlich auch in der unterrichtsfreien Zeit nachgehen.

Durch und durch wohlfeil, ja peinlich die Solidaritätsbekundungen der Politik – von Angela Merkel bis Svenja Schulze. Würden Kanzlerin und Ministerin das politische Engagement der Unterrichts-Schwänzer auch dann lobend gutheißen, wenn diese gegen Steuerverschwendung demonstrieren würden, gegen eine die Älteren auf Kosten der Jugend begünstigende Rentenpolitik oder gegen die miserablen Zustände in vielen Schulen? Garantiert nicht. Dieser Applaus ist billige Anbiederei.

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