Kommentar
Anschlag in Neusseeland: Ausgerechnet Christchurch

Ausgerechnet Neuseeland. Ausgerechnet das Land am „schönsten Ende der Welt“, das sich seit Jahrzehnten um die Gleichstellung der eigenen Ureinwohner bemüht. 

Freitag, 15.03.2019, 18:50 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 19:02 Uhr
Kommentar: Anschlag in Neusseeland: Ausgerechnet Christchurch
Rettungskräfte kümmern sich außerhalb der Masjid-Al-Noor-Moschee um eine Person. Foto: Martin Hunter/SNPA/dpa

Das sich immer wieder dem eigenen Rassismus gegenüber den Maori gestellt hat und politisch viele Veränderungen einleitete, um ihn zu bekämpfen. Ausgerechnet diese engagierte und offene Gesellschaft wird nun von einem Attentat erschüttert, das durch Hass und Rassismus motiviert war.

Die „Kiwis“ werden sich ihre Toleranz gegenüber Andersdenkenden nicht nehmen lassen. Die Nation, die mehr als 200 verschiedene Volksgruppen und fast so viele Sprachen vertritt, ist von einer liberalen Grundtendenz geprägt.

Viele der mehr als vier Millionen „Kiwis“ haben einen Migrationshintergrund. Zudem ist Neuseeland seit langen Jahren nicht nur ein begehrtes Ziel für Touristen, sondern auch für Wirtschaftsflüchtlinge von den pazifischen Inseln. Das Land ist kein Idyll, eher ein Schmelztiegel, hat selbstverständlich Probleme, geht aber zumindest vorbildlich damit um.

In Christchurch sind sie nach dem schweren Erdbeben 2011 schon einmal zusammengerückt. Sie werden es auch nach dieser unfassbaren Tat wieder tun.

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