Treffen von Putin und Kim
Die Welt soll hinsehen

Die Bilder des Gipfeltreffens in Wladiwostok gingen am Donnerstag um den Globus. Über konkrete ­Ergebnisse dagegen wurde wenig bekannt. Tatsächlich war die Gipfel­bilanz die Aufregung eher nicht wert. 

Donnerstag, 25.04.2019, 18:58 Uhr aktualisiert: 26.04.2019, 08:38 Uhr
Treffen von Putin und Kim: Die Welt soll hinsehen
Wladimir Putin (r.), Präsident von Russland, überreicht Kim Jong Un (l.), Machthaber von Nordkorea, einen russischen Säbel. Foto: dpa

Weder bei der nuklearen Abrüstung noch in Wirtschaftsfragen oder mit Blick auf das inter­ nationale Sanktionsregime gegen Nordkorea gab es erkennbare Fortschritte. 

Allerdings war ein bi­lateraler Durchbruch auch gar nicht das Ziel des Treffens. Putin und Kim wissen, dass sich die Koreafrage nur international lösen lässt, unter Ein­beziehung des Südens, vor allem aber unter Federführung der USA und Chinas. In Wirklichkeit hatten die beiden starken Männer aus strukturell eher schwachen Staaten in Wladiwostok vor allem ein gemeinsames Ziel: Sie wollen auf der Weltbühne Präsenz zeigen.

Die Demonstration der Macht

Die Bilder waren die Botschaft – und sie sollten besagen: Seht her, wir sind handlungsfähig. Für Kim ist der oft erprobte Ansatz, irgendeine Art von Macht zu demonstrieren, existenziell. Er hat wenig zu verlieren. Also führt er am liebsten seine nuklearen Folterinstrumente vor, stets glaubwürdig versichernd, dass er bereit ist, sie einzusetzen.

Für Putin dagegen ging es um mehr. Von Wladiwostok flog er weiter nach Peking, um an einer Konferenz über Chinas Pläne für eine „Neue Seidenstraße“ teilzunehmen. Genau dort aber, in Peking, dürfte der entscheidende Grund für Putins intensivierte Korea-Politik zu suchen sein. Es gehört zu Russlands Staatsräson, sich als eurasische Großmacht zu definieren.

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