Kommentar
Masern-Impfung: Die Chance nutzen

Münster/Berlin -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Impfung gegen Masern zur Pflicht machen - und droht mit wuchtigen Strafen. Gut so? Ein Kommentar.

Sonntag, 05.05.2019, 16:44 Uhr
Die Aufschrift "Masern" steht auf einem Impfpass.
Die Aufschrift "Masern" steht auf einem Impfpass. Foto: dpa

Natürlich ist am Ende jeder selbst für seine Gesundheit verantwortlich – und Eltern haften für ihre Kinder. Medizinische Maßnahmen vorzuschreiben, ist deshalb ein Schritt, der gut überlegt sein will. Zweifel an der Wirksamkeit, moralische Bedenken, prinzipielle Ablehnung der Schulmedizin – all das sind Argumente, die manchen Menschen wichtig sind.

Aber: In diesem Fall geht es nicht nur um die eigene Gesundheit – oder die der eigenen Kinder. Nein: Hier geht es auch um die Gesundheit der Mitmenschen. Und so ist es nur konsequent, die Impfung für jene vorzuschreiben, die unter Menschen gehen. Wer die – übrigens viel zu selten gewürdigten – Angebote unserer Gesellschaft wie Kindergärten und Schulen nutzt, muss sich an die Regeln dieser Gesellschaft halten.

Experten sind sich sicher, dass die Masern mit dieser Impfung komplett verschwinden können. Das ist eine Chance, die wir nicht verstreichen lassen sollten. Es gibt zu viele gesundheitliche Gefahren, gegen die kein Kraut gewachsen ist: Krankheiten, an denen Kinder sterben, ohne dass man etwas dagegen tun kann. Wenn es also – wie bei den Masern – möglich ist, muss das geradezu genutzt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6589174?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Nachrichten-Ticker