Kommentar: Maria 2.0
Zeit, dass sich was tut

Ich erinnere mich noch gut: Es war Ende der 1970er Jahre, als wir – eine kleine Gruppe von Mädchen – den Pfarrer eine gefühlte Ewigkeit bearbeiten, um nicht zu sagen nerven, mussten, ehe wir endlich Messdienerinnen werden durften. Bis dato war dies in meiner Heimatgemeinde ausschließlich Jungen vorbehalten.

Samstag, 11.05.2019, 09:00 Uhr
Kommentar: Maria 2.0: Zeit, dass sich was tut
Vor 40 Jahren waren Messdienerinnen in der katholischen Kirche noch keine Selbstverständlichkeit. Heute schon. (Archivfoto: Messdienerinnen beim Katholikentag in Münster) Foto: dpa

Heute, fast 40 Jahre später, sind Messdienerinnen in der katholischen Kirche zwar ebenso selbstverständlich wie das Engagement von Frauen in vielen anderen Bereichen. Doch von einer gleichberechtigten, gerechten, offenen und menschlichen Kirche, wie es die Gruppe der Seniorinnen aus dem Clara-Stift auf dem von ihnen gestalteten Tuch formulieren, sind wir im Jahr 2019 noch weit entfernt.

Klar gibt es Pastoralreferentinnen, Küsterinnen, Organistinnen und andere hauptamtliche Mitarbeiterinnen in den Pfarrgemeinden. Immens viel Arbeit wird von Frauen ehrenamtlich geleistet – für „Gotteslohn“, wie es oft heißt. Mitbestimmen oder gar mitentscheiden dürfen sie jedoch nicht, denn der Zugang zu kirchlichen Ämtern bleibt Frauen nach wie vor verwehrt.

Eine Aktion wie die „Maria 2.0“-Bewegung war daher längst überfällig. Hoffentlich bewegt sich nun endlich etwas in der katholischen Kirche – ehe ihr noch mehr enttäuschte Christen den Rücken kehren. Profitieren würden am Ende alle, auch die Männer.

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