Kommentar zur Protestbewegung Maria 2.0
In der Kirche gärt es gewaltig, Zeit für echte Fortschritte

Münster -

Nicht erst seit Sonntag, als sich, von Münster ausgehend, in Hunderten Gemeinden bundesweit Frauen und Männer zu Demonstrationen, Mahnwachen und Gottesdiensten versammelten, ist klar: Der Kirche stehen unruhige Zeiten bevor. Das kann auch eine Chance sein.

Sonntag, 12.05.2019, 15:50 Uhr aktualisiert: 12.05.2019, 18:18 Uhr
Kommentar zur Protestbewegung Maria 2.0: In der Kirche gärt es gewaltig, Zeit für echte Fortschritte
Die Frauen haben vor dem Dom in Münster weiße Laken als Zeichen der Erneuerung ausgebreitet. Foto: Matthias Ahlke

Unruhe ist nicht automatisch bedrohlich, sie kann heilsam sein. Und ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass sich Reformbewegungen in der Kirche stets an der Basis manifestierten, um dann einen beschwerlichen Weg bis in die Kirchenhierarchie zu finden. Das war beim hl. Franziskus so, das hat das Abendland, allerdings auch schmerzlich und spaltend, in der Reformationszeit erlebt, die zugleich in der Katholischen Kirche Reformen anstieß.

Es wäre wohlfeil und abwegig, die Demonstration der vielen Tausend Frauen, an der sich auch viele Männer beteiligten, als das übliche Lamentieren kleiner Reformgruppen abzutun, zumal die „Streik“-Form vielleicht nicht jedem behagt. Das Versickern konziliarer und syn­odaler Prozesse in den vergangenen Jahrzehnten, die weitgehend dem Priestermangel geschuldete Fusionswelle hin zu anonymen Großgemeinden, das ewige Stocken bei strittigen Themen, sei es in moraltheologischen Zweifelsfragen oder auch bei der konkreten Ausgestaltung eines diakonalen Amtes für Frauen, und zuletzt das Offenbarwerden jahrzehntelanger Verdrängungs- und Vertuschungsprozesse mit Blick auf sexuelle Gewalt in der Kirche bringen jetzt einen Druck in den Kessel, der entweichen muss und kanalisiert werden will.

Maria 2.0-Mahnwache am Dom

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  • Frauenprotest vor dem Dom in Münster:

    Foto: Matthias Ahlke
  • 700 bis 800 Frauen beteiligten sich an der Mahnwache, zu dem die Initiative maria 2.0 aufgerufen hatte.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Frauen protestieren gegen den Missbrauch in der Kirche und die von Männern beherrschten Strukturen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit der Mahnwache beginnt ein einwöchiger Streik, bei dem die teilnehmenden Frauen keine Kirche betreten und keine Dienste verrichten wollen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Mit der Mahnwache vor den Kirchenmauern wollen die Initiatorinnen aus Münster „die Realität der Frauen in der Kirche sichtbar machen, dass Frauen ausgeschlossen sind“.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen der Aktion auf dem Domplatz

    Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
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  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke
  • Maria 2.0-Mahnwache am Dom Foto: Matthias Ahlke

Der münstersche Kirchenhistoriker Hubert Wolf stuft die gegenwärtige Krise der Kirche als gravierender ein als zur Zeit der Reformation. Umfragen rechnen mit einem gewaltigen Mitgliederschwund in beiden großen Kirchen. Selbstredend darf man die Kirchenkrise nicht isoliert von einer allgemeinen Glaubenskrise in satter Wohlstandsgesellschaft betrachten. Es scheint aber jetzt die Stunde zu sein, Reformprozesse und spirituelle Aufbrüche miteinander zu verknüpfen. Sonst droht neben Lethargie der Auszug vieler gutwilliger Christen.

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