Kommentar
Reul macht Ernst gegen Clans: Einige Schritte weiter

Lange hat sich Innenminister Reul – gerade im Missbrauchsfall Lügde – die süffisante Kritik an­hören müssen, er binde zu viele Polizeibeamte für das Vorgehen gegen kriminelle Familienclans und setze so einen falschen Schwerpunkt. 

Mittwoch, 15.05.2019, 20:02 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 20:30 Uhr
Kommentar: Reul macht Ernst gegen Clans: Einige Schritte weiter
Reul stellt das erste Lagebild zur Kriminalität von Clans in Nordrhein-Westfalen vor, das erste derartige Lagebild für ein Bundesland. Foto: Johannes Neudecker/dpa

Mit dem ersten Lagebild über die Clan-Kriminalität kann er diese Debatten künftig abkürzen: Das hohe Maß an Straftaten, die große Zahl von Tatverdächtigen sprechen eine deutliche Sprache. Denn es geht dabei nicht nur um gefährlich starke kriminelle Energie von organisierten Banden – dahinter steht eine tiefe Verachtung des Rechtsstaats und dieser Gesellschaft.

Deshalb ist es ein kleiner, aber psychologisch wichtiger Erfolg, wenn die Clans irritiert auf die Ausdauer und Intensität der seit Herbst 2018 anhaltenden Polizeimaßnahmen reagieren. Dass deren über Jahre ungehindert entwickeltes Gehabe, ihr lange nicht infrage gestellter Vormachtanspruch und die dubiosen Geschäfte nicht einfach einzudämmen sind, liegt auf der Hand.

Obwohl dem Lagebericht das vermutlich große Dunkelfeld gegenübersteht: Was jetzt schon erkennbar ist, muss man ernst nehmen. Damit ist Reul ein paar Schritte wei­ter als alle Vorgänger.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6615538?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F981843%2F
Erste Velo-Route kommt
Die Stadt Münster setzt die erste Velo-Route um. 
Nachrichten-Ticker