Kommentar zur GroKo
Taumelnd am Abgrund

Die heftig attackierte Chefin gegangen, ein Ersatzbank-Trio, das nur kommissarisch ins Spiel will, eine über Nacht kopflose Fraktion unter Interimsführung – mit der am Abgrund taumelnden SPD ist der Zerfallsprozess der GroKo nicht mehr zu stoppen.

Montag, 03.06.2019, 21:00 Uhr
Kommentar zur GroKo : Taumelnd am Abgrund
Die Schatten zweier Personen sind zwischen zwei SPD-Logos während einer Pressekonferenz in der Parteizentrale auf einer roten Wand zu sehen. Die SPD soll nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles zunächst kommissarisch von einem Trio geführt werden. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Daran ändern auch Treuschwüre und Hinweise auf die Arbeitsfähigkeit nur wenig. Was soll noch groß gelingen, wenn ein Partner derart im Schlamassel sitzt wie aktuell die SPD ? Lassen blanke Existenzangst und innere Zerrissenheit überhaupt vernünftige Sachentscheidungen zu?

In der GroKo dahinsiechen oder in der Opposition lange mit neuer Bedeutungslosigkeit leben – die SPD steht erneut am Scheideweg. Doch anders als im Frühjahr 2018, als über 66 Prozent in der SPD für eine Regierungsbildung mit CDU/CSU stimmten, hat die Partei seitdem Prozentpunkt um Prozentpunkt eingebüßt – auch in ihrer enttäuschten Stammwählerschaft.

Auch diesmal soll die Basis wieder mitentscheiden, wie es in der Partei morgen weitergehen soll. Ein monatelanges Tauziehen steht bevor, denn bei Kopf und Kurs hatte die SPD zuletzt keine glückliche Hand. Im Berliner Bündnis wird man derweil sehen, ob die SPD noch mitregiert oder schon Opposition übt.

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