Kommentar zu Sprachassistent „Alexa“
Kein Kinderspielzeug

Der Sprach­assistent „Alexa“ von Amazon birgt nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags Risiken für Minderjährige und un­beteiligte Besucher. Wer diese Risiken in Kauf nimmt, ist allerdings selbst schuld.

Dienstag, 09.07.2019, 18:26 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 18:31 Uhr
Der Lautsprecher Amazon Echo mit dem Alexa Voice Service
Der Lautsprecher Amazon Echo mit dem Alexa Voice Service Foto: dpa

Sprachassistenten wie „Alexa“ sind ein datenschutzrechtlicher Albtraum. Audioaufnahmen werden ­gesammelt und verschriftlicht, Standorte übertragen, gelöschte Protokolle gespeichert – am Ende wird alles in die Cloud hochgeladen. Der Gipfel ist jedoch, dass Amazon-Mitarbeiter in Einzelfällen bei Gesprächen mit „Alexa“ mithören. Die meisten Nutzer wissen davon entweder nichts oder – noch schlimmer – nehmen es einfach hin. Das ist bedenklich.

Denn das naive Vertrauen in die Sicherheit der eigenen Daten, wird von Großkonzernen wie Amazon gnadenlos und wenig transparent ausgenutzt. Sie sammeln nicht nur in großem Stile Daten, sondern machen diese auch zu Geld. Das Verfahren öffnet zudem Datendiebstahl Tür und Tor. Noch problematischer ist, dass die Geräte teils ohne Wissen der Nutzer aufzeichnen – ausgelöst durch Kindergeschrei oder Hintergrundgeräusche. Dann wird „Alexa“ zur Wanze und überträgt Daten aus dem intimen Umfeld, die niemanden etwas angehen.

Um Unbeteiligte wie Besucher und spielende Kinder zu schützen, ist es daher richtig, vor den Risiken zu warnen. Selbst wenn sich Amazon an geltendes Recht hält, ist „Alexa“ alles andere als ein Kinderspielzeug.

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