Kommentar
„AKK“ wird Verteidigungsministerin: Merkels Schachzug

Berlin -

In Berlin folgt ein Paukenschlag dem nächsten: ­Zuerst geht Ursula von der Leyen als EU-Kommissionschefin nach Brüssel – und nun wird Annegret Kramp-Karrenbauer über Nacht Verteidigungsministerin. Die Kanzlerin zieht im Hintergrund die Fäden, sie drückt aufs Tempo und überrascht selbst die eigene Parteispitze. Angela Merkel demonstriert, dass sie keine „Lame Duck“ ist – weder in der EU noch in Berlin.

Mittwoch, 17.07.2019, 19:49 Uhr aktualisiert: 17.07.2019, 19:55 Uhr
Kommentar: „AKK“ wird Verteidigungsministerin: Merkels Schachzug
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, M.) spricht mit Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, l.) und Ursula von der Leyen (CDU). Foto: dpa

Der Kanzlerin gelingt ein feiner Schachzug, indem sie der CDU-Vorsitzenden den Platz am schwarz-roten Kabi nettstisch schmackhaft gemacht hat. Die Saarländerin war zuletzt in der politischen Versenkung verschwunden – mit miesen Umfragewerten. Fatal auch für die Partei. Der Chefsessel im Verteidigungsministerium gilt zwar als Schleudersitz, aber jetzt bekommt „AKK“ die Chance, sich erneut zu profilieren. Und wer weiß schon, wie es im Herbst um die große Koalition bestellt sein wird? Kramp-Karrenbauer hält – anders als Jens Spahn – beste Karten für die mögliche Merkel-Nachfolge in der Hand.

Die Bundeswehr droht in diesem Verschiebebahnhof unter die Räder zu geraten. „AKK“ ist nur eine Zwischenlösung für das Verteidigungsministerium. Die Truppe bleibt vorerst weiter auf einem Scherbenhaufen sitzen.

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