Kommentar: Transitstreit geht weiter
Gute Argumente in Tirol

Zugegeben: Es ist nicht die feine Art, wie Tirols ­Landeshauptmann Günther Platter mit den Nachbarn umgeht. Schon durch die Blockabfertigung für Lkw am Brenner nimmt er die Urlauber quasi in Geiselhaft; erst recht durch die Fahrverbote auf den Ausweichrouten. 

Donnerstag, 25.07.2019, 19:18 Uhr aktualisiert: 25.07.2019, 19:40 Uhr
Kommentar: Transitstreit geht weiter: Gute Argumente in Tirol
Hier geht's nicht weiter: Ein Polizist hält Autos auf einer Straße bei Innsbruck an. Foto: Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl

Aber abgesehen von der Tatsache, dass es nicht vordringlich um Pkw geht: Platter hat gute Argumente für sein drakonisches Vorgehen. Was seit Jahren und Jahrzehnten auf einer der wichtigsten Alpentransversalen geschieht, ist für alle Anwohner unerträglich.

Tirol ist klein; neben dem Inntal bleibt nicht so furchtbar viel. Und diese Trasse wird dem europäischen Verkehr fast komplett geopfert. Jetzt bauen Österreich und Italien nach ewig lang währenden Diskussionen endlich den Brenner-Basistunnel für die Bahn. Und bereits jetzt ist klar, dass Deutschland mit der Zubringerstrecke um mindestens ein Jahrzehnt hinterherhinkt.

Schon ist abzusehen, dass auch nach der Tunnel­fertigstellung Ende der 2020er Jahre die billige Straßenverbindung über den Brenner Lkw einlädt. Da wird man über eine teure Korridormaut nachdenken dürfen, die Spediteure neu rechnen lässt – und vielleicht sogar die Investitionen in die Bahn gegenfinanzieren könnte.

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