Kommentar: Postgesetz soll reformiert werden
Mehr Qualität und Nähe

Münster -

Schlimm ist nicht die Gesamtzahl, schlimm ist der Trend. Dass sich im vergangenen Jahr fast doppelt so viele Kunden wie 2017 schriftlich bei der Bundesnetzagentur über die Leistung der Post beklagt haben, sollte bei Postchef Frank Appel die Alarmglocken läuten lassen. Er dürfte wissen, dass die Kunden dazu neigen, eine einfache Rechnung aufzumachen: Erst wird das Porto erhöht, dann die Leistung verringert.

Donnerstag, 01.08.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 19:54 Uhr
Kommentar: Postgesetz soll reformiert werden: Mehr Qualität und Nähe
Künftig könnte die Post nur noch an fünf Tagen die Woche zugestellt werden. Foto: Monika Skolimowska

Für seinen Vorstoß, das Postgesetz zu reformieren und damit den zu 20 Prozent dem Bund gehörenden Konzern stärker auf Qualität und Kundennähe zu trimmen, dürfte Bundeswirtschaftsminister Altmaier Applaus ernten.

Denn manche Verzögerungen lassen sich nur so erklären, dass Sendungen entgegen der Postzusage zwischengelagert werden. Waren und Briefe stecken dann im „Stau“. Der Kunde wundert sich, dass nach Tagen ohne Zustellung der Briefkasten plötzlich überquillt.

Die Idee, den Montag aus dem Leistungspaket zu streichen, ist beileibe nicht neu und wurde in Pilot­gebieten sogar schon getestet. Begleitet von Kritik, denndamit würde die Post ihren Grundversorgungs­auftrag nicht mehr erfüllen. Diese Grundleistung aber garantiert der Staat seinen Bürgern.

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