Kommentar zu Aufpreis für Wegwerfverpackungen
Vorsicht vor zu hohen Erwartungen

Das Problem ist offensichtlich – in vielen Fuß­gängerzonen: Kaffeebecher liegen herum, Pizza-Kartons und in den Fugen des Pflasters reiht sich Kippe an Kippe – jeder einzelne Stummel mit dem Potenzial, 40 Liter Wasser zu verschmutzen.

Montag, 12.08.2019, 19:38 Uhr aktualisiert: 12.08.2019, 20:06 Uhr
Kommentar zu Aufpreis für Wegwerfverpackungen: Vorsicht vor zu hohen Erwartungen
Foto: dpa

Die To-go-Kultur hinterlässt unschöne Spuren, die teuer beseitigt werden müssen. Insofern erscheint es vernünftig, den Verbraucher die Entsorgungskosten über einen Aufschlag auf den Verlaufspreis zahlen zu lassen, anstatt der Allgemeinheit die Kosten aufzubürden.

Aber Vorsicht vor zu hohen Erwartungen: Eine Verhaltensänderung lässt sich mit dem bloßen Preisaufschlag nicht erreichen. Wem der Magen knurrt, wen der „Jieper“ auf Kaffee packt, der wird zähneknirschend den Aufpreis für Becher oder Schale zahlen. Und er wird, so ist zu befürchten, beides später umso leichteren Herzens einfach fallen lassen – er hat ja für das Beseitigen bereits bezahlt.

Nein, gegen das Vermüllen helfen nur schärfere Kontrollen, strafgeldbewehrte Verbote gibt es ja bereits. Auch intelligente, wirklich praktikable Mehrwegbecher-Lösungen würden helfen, wenigstens einen Teil der 2,8 Milliarden Kaffeebecher im Jahr zu ersetzen. Die beste Alternative wäre wohl, wenn mehr Menschen ihren Kaffee wieder genössen – im Sitzen, aus der Tasse.

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