Kommentar
Das „Arbeit-von-morgen-Gesetz“: Den Nerv getroffen

Wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften einhellig Lob für den Arbeitsminister finden, macht das stutzig. Verdächtig ist das aber nicht. Hubertus Heil trifft den Nerv – die Sorge von Arbeitnehmern und Wirtschaftslenkern vor einer tiefen Krise. 

Mittwoch, 14.08.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 09:28 Uhr
Kommentar: Das „Arbeit-von-morgen-Gesetz“: Den Nerv getroffen
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, spricht mit Schülern der Grund- und Oberschule Rüdersdorf. Foto: dpa

Der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und China, der drohende harte Brexit im Herbst, der Strukturwandel in der Autoindustrie: Die Spuren eines globalen Niedergangs haben Deutschland längst erreicht. So baut der Chemieriese BASF in diesem Jahr 6000 Arbeitsplätze ab.

Es ist nicht die Zeit, diese Krise herbeizureden – aber es ist die Zeit, sich für einen Abschwung zu wappnen. Und es sieht so aus, als habe der Arbeitsminister seine Hausaufgaben gemacht. Heils „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ soll Weichen stellen, damit Beschäftigte nicht entlassen, sondern in Kurzarbeit weiterbeschäftigt werden. Brücken bauen mit staatlichen Zuschüssen – auch durch Weiterbildung.

Heil beackert gerade klassisches SPD-Terrain – und das macht er gut, weil er richtige Akzente setzt in Zeiten des Wandels. Der Arbeitsminister rückt nebenbei sozialdemokratische Kernkompetenz wieder in den Fokus. Das tut auch der geschundenen Genossen-Seele gut.

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