Boris Johnson in Berlin
Auf Wahlkampf-Tour

Ein Staatsgast wird im Kanzleramt zwar immer freundlich und ehrenhaft empfangen, aber gelegentlich auch – und vor allem dann, wenn es sein muss – mit klarer Kante verabschiedet. Diese Erfahrung hat Theresa May gemacht. Und auch Boris Johnson ist es in Berlin nicht anders ergangen. Die Brexit-Verhandlungen sind aus europäischer Sicht durch – da mag sich der blonde Populist aus London mit seinen Drohungen noch so sehr als kleiner Donald Trump inszenieren.

Mittwoch, 21.08.2019, 19:28 Uhr
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, spricht bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzklerin Merkel im Bundeskanzleramt. 
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, spricht bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzklerin Merkel im Bundeskanzleramt.  Foto: dpa

Insbesondere die deutsche Exportwirtschaft wird unter einem harten EU-Austritt der Briten leiden. Da gibt es nichts zu beschönigen. Gleichwohl muss Johnson klar sein, dass sich die Europäer in der Brexit-Frage nicht spalten lassen. Denn wenn es Johnson gelingen sollte, die Europäer zu erpressen – dann hätte Donald Trump ein umso leichteres Spiel im Handels- und Zollstreit mit Brüssel. Also: abgehakt.

Boris Johnson besucht Europa, solange es noch geht – erst Berlin, dann Paris. Die Abfuhr der EU ist längst eingepreist. Der Brite nutzt die Staatsbesuche in eigener ­Sache. In London herrscht Wahlkampf. Da ist er wieder – der blonde Populist: Er plant Neuwahlen und damit seinen Machterhalt. Ganz der Trump von der Insel.

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