Kommentar
Sparen kommt teuer

Es ist noch nicht so lange her, da kursierte das Wort von der Demografie-Rendite. Die beschrieb die Erwartung eines sinkenden Lehrkräftebedarfs an Schulen angesichts rückläufiger Geburten- und damit Schülerzahlen. In dieser Spar-Erwartung folgten die Länder zu lange und zu unkritisch den Prognosen der Kultusministerkonferenz. 

Montag, 09.09.2019, 20:52 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 21:40 Uhr
Kommentar: Sparen kommt teuer
Die Zahl der nicht besetzten Lehrerstellen an den Grundschulen in den kommenden Jahren wird nach einer Prognose der Bertelsmann-Stiftung noch höher sein als bislang berechnet. Foto: Daniel Reinhardt

Deren Irrtum, dokumentiert in einem länger erkennbaren Lehrermangel an den Grundschulen, trifft das Land an einer empfindlichen Stelle: Die Bildungschancen vieler Kinder könnten darunter leiden.

Quereinsteiger anwerben, Pensionäre halten – NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer setzt diese Instrumente schon ein. Alle weiteren Maßnahmen werden teuer: Mehr und neue Studienplätze an den Universitäten, mehr Platz für Referendare – das kostet. Hier zu sparen, kann sich das Land aber nicht mehr leisten.

Ohnehin illustriert der Mangel an Grundschullehrkräften, dass es nicht hilft, solche Probleme auszusitzen: Die Gehälter auf eine Stufe mit Lehrerkollegen anderer Schulformen anzuheben, hätte den Beruf für Lehramtsanwärter attraktiver gemacht. Die drängeln sich jetzt in der Sekundarstufe II.

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