Kommentar
Ein Paukenschlag

Seit Monaten fragte man sich, was die neue Literaturnobelpreis-Jury wohl tun würde, um der Auszeichnung nach langer Krisenzeit wieder Gehör und Bedeutung zu verschaffen. Die Antwort gleicht einem Paukenschlag.

Donnerstag, 10.10.2019, 21:35 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 22:04 Uhr
Kommentar : Ein Paukenschlag
Peter Handke bei seinem Haus in Chaville. Foto: Francois Mori

Denn bei den Preisträgern für die Jahre 2018 und 2019 lässt sich bestenfalls die Kombination von Frau und Mann als Zugeständnis an politische Korrektheit verbuchen. Den Spekulationen auf unterschiedliche Kulturkreise oder ungewöhnliche Gattungen erteilte die Jury eine Absage: kein Autor aus Afrika, keine Reportage. Stattdessen europäische Erzählprosa mit Berührung zu Lyrik (Olga Tokarczuk) und Drama ( Peter Handke ).

Für deutschsprachige Leser ist natürlich die Personalie Peter Handke bedeutsam – von dem es in der Wahrnehmung zwei kontrastierende Versionen gibt. Da ist einerseits die schon verhasste öffentliche Figur: ein Mann, der in Interviews gern austeilt und der mit seinem Eintreten für Serbien Widerspruch provozierte. Da ist aber auch ein Schriftsteller, der es schafft, in seiner Prosa Welt durchscheinen zu lassen und dadurch bei seinen Lesern Empfindungsstärke für die Schönheit von Natur und Kreatur zu erzeugen. Er hat den Preis verdient.

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