Kommentar
Masterplan Infrastruktur: Nur ein Teilproblem

Typisch deutsch. Erst verschlafen Industrie und Politik die Verkehrswende fast komplett. Dann spüren sie den Zeitgeist, wollen sich an die Spitze der Bewegung setzen. Und präsentieren Lösungen, die bestenfalls einen Teil des Problems beseitigen können.

Dienstag, 05.11.2019, 07:00 Uhr
Ein Schild zeigt einen Parkplatz an einer Elektroladestation in der Stuttgarter Innenstadt.
Ein Schild zeigt einen Parkplatz an einer Elektroladestation in der Stuttgarter Innenstadt. Foto: Edith Geuppert/dpa

Ja: Fehlende Lademöglichkeiten sind lästig und halten in der Tat den einen oder anderen eigentlich willigen Neuwagenkäufer davon ab, zu einem E-Mobil zu greifen. Doch selbst eine Million Ladesäulen lösen das Dilemma nicht.

Eine Ladesäule ist keine Tankstelle, an der man in Minuten Benzin auffüllt und weiterfährt. Auch mit Schnellladetechnik braucht es eine halbe Stunde und länger, bis der Akku wieder halbwegs gefüllt ist. Wer wollte das mal eben auf dem Weg zur Arbeit erledigen oder dafür seine Urlaubsreise immer wieder unterbrechen wollen?

Ladestationen sind gut, wenn sie in Wohngebieten und auf Firmenhöfen stehen. Dann können sie während der üblichen Ruhezeiten der Fahrzeuge genutzt werden.

Aber vielleicht sollte ein Teil der Mittel auch in alternative Technologien gesteckt werden. Etwa in eine ordentliche Wasserstoffinfrastruktur, um der Brennstoffzellentechnologie endlich zu einem Durchbruch zu verhelfen.

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