Kommentar: Ostdeutsche haben die Mauer eingedrückt
Das Glück der Deutschen

Vor 30 Jahren haben die Ostdeutschen die Mauer von innen eingedrückt. Der historisch einmaliger Moment öffnete das Tor für die deutsche Einheit. Die Vereinigung ist – trotz der Probleme der ersten Jahre – eine Erfolgsgeschichte, betont Martin Ellerich.

Freitag, 08.11.2019, 18:06 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 20:52 Uhr
Begeisterte Menschen feiern in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 vor dem Brandenburger Tor.
Begeisterte Menschen feiern in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 vor dem Brandenburger Tor. Foto: dpa

Deutsche, die älter als 40 Jahre sind, verbindet eine Erfahrung: Die meisten erinnern sich, wo und wie sie vor 30 Jahren vom Fall der Mauer gehört haben. Die friedliche Revolution ist ein Glücksfall der Geschichte, davon sind laut Umfragen 80 Prozent der Deutschen überzeugt. Es ist ein Glück, das mutige DDR-Bürger für alle Deutschen erkämpft haben – gewaltlos.

Die ersten Jahre der Wiedervereinigung haben den Ostdeutschen viel abverlangt – nicht nur wirtschaftlich. Von heute auf morgen mussten sie sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden, dessen Spielregeln sie nicht kannten. Was sie in schwierigen DDR-Zeiten geleistet hatten, schien nichts mehr wert zu sein. Viele fühlten sich als Bürger zweiter Klasse, manche tun dies noch heute.

Wahlergebnisse, Löhne, Renten, religiöse Bindung – wohin man auch schaut, auf den ersten Blick sind die Unterschiede noch heute groß. Die Erfolge werden zu oft übersehen: die bis auf wenige Prozent angeglichene Arbeitslosigkeit, die stark gestiegene Wirtschaftsleistung. Ja, 40 Jahre Teilung wirken nach – vor allem in den Köpfen. Aber: West? Ost? Jungen Leuten, die es zum Studium ins aus DDR-Ruinen auferstandene Leipzig lockt, ist das längst egal. Es dauert, bis der Bruch verheilt ist, aber das Land wächst zusammen. Es werden Unterschiede bleiben, doch die gibt es auch zwischen Kiel und München.

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